NEUES AUS DER PLATTENKÜCHE

NEUES  AUS  DER  PLATTENKÜCHE

                                                                                                                                                                                                                                             Köln, 7. 8. 2017.
Warum Black Diamond Records NICHT bei Facebook, Whatsapp, Instagram, Twitter  ist.

Verehrte Sammler und Jäger,

wäre es nicht toll, wenn es auf Ihrem tollen Galaxy Z 13 oder Ihrem megaschicken iPhone 9 1/2 alle 3 Minuten “Ping” machen würde, und Sie schon wieder eine exclusive einmalige Mitteilung aus der Plattenküche bekämen?

Ping!

“Oh, Herr Baron hat eine einmalige verkratzte Boney M Scheibe in den Wagen draussen gestellt, das ist ja spannend! Und nur € 2,-!”

Ping!

“Potzblitz, jetzt hat Herr Baron doch tatsächlich eine Nick Drake “Bryter Layter” gefunden. Wie macht er das bloß?”

Ping!

“Cool ey, ein Selfie von Seiner Exzellenz und einem chinesischen Touristen, der gerade für € 8,- Klassik LP´s gekauft hat. Wie spannend!”

Ping!

“Hammer! Eine Exklusivaufnahme vom Mittagessen des Größten Plattenbarons der westlichen Hemisphäre! Eine 20b aus dem “Anichi”: Tofu Wok mit Erdnuss-Currysauce. Tja, der Herr Baron weiß zu genießen!”

Ping!

Ein Foto vom neuen Besitzer der verkratzten Boney M Scheibe, der stolz seine Platte in die Höhe reckt. Im Hintergrund die Haare raufenden Zu spät Gekommenen.

Ping!

“Ein ganzes Video! Boah ey! Da fragt doch so einer bedauernswerter Hansel tatsächlich, wer denn wohl Nick Drake wäre. Und wie der Herr Baron trotz so unglaublicher Dummheit nur milde lächelt, und dem armen Hanswurst immerhin einen Balken über die Augen spendiert hat. Sonst würde sich ja sofort das ganze Web über den armen Kerl lustig machen. Der kann sich doch nirgendwo mehr blicken lassen.”

Und so weiter, und so weiter.....

Also jetzt mal Klartext: wir sind NICHT auf all diesen sozialen Plattformen vertreten, weil wir

a) zu blöd sind um damit wirklich um zu gehen

b) keine Zeit haben es zu lernen

c) keine Lust haben es zu lernen

d) nicht andauernd irgendwelchen Schwachsinn in die Welt hinausposaunen wollen (es reicht, wenn ich den tagtäglich im Laden herausposaune)

e) Besseres zu tun haben

wie zum Beispiel:

a) Platten auspreisen, waschen, sortieren, anhören.

b) mit echten Menschen, die in den Laden kommen von Angesicht zu Angesicht zu sprechen.

c) Plattensammlungen zu begutachten und an zu kaufen.

d) Kaffee kochen (und manchmal einen Tee für den Scheffe).

e) mal die Schmuddelbude durch zu fegen.

f) neue LP Hüllen, Carbonbürsten, Nadelreiniger und sonstiges nach zu bestellen.

g) mal in der neuen “MINT” zu blättern (steht wirklich immer wieder was drin).

h) für Kunden Tonträger im Internet zu bestellen, die das selbst nicht können oder wollen.

i) einfach nur Musik hören.

Und, weil wir gerade dabei sind:

Nein, wir verkaufen kein Vinyl auf Discogs oder Ebay:

a) weil es zu zeitaufwendig ist Platten richtig zu beschreiben und zu bewerten. Das tun wir natürlich mit großer Sorgfalt und Liebe für den Laden, aber das nochmal zusammen zu schreiben fürs Netz und dann anschließend all die mails zu beantworten von Interessenten, die wissen wollen, ob denn rechts oben hinten auf dem Cover ein kleines rotes B steht oder ob das B eher blau ist, kostet einfach zuviel Zeit.

b) im Laden kann der Sammler die Platte in die Hand nehmen, Scheibe und Cover begutachten und sich die Platte vorspielen lassen. Im Netz müssen Sie dem Verkäufer vertrauen. Und woher wollen Sie wissen, ob dieser Mensch genau die gleiche Vorstellung von “VG+” hat wie Sie? Natürlich gibt es auch im Laden ab und an Reklamationen (wir können schließlich nicht jede Platte von vorne bis hinten durchhören), aber das sind im Schnitt drei pro Woche. Und das kann sofort erledigt werden: Geld zurück, Gutschein, oder vielleicht nochmal gründlich waschen?

c) bei Discogs verkaufen sich nur die gesuchten Raritäten richtig flott und teuer. Aber was findet der Stammkunde dann noch an interessanten Platten im Laden, wenn die alle im Netz stehen? Und im Laden stehen dann nur die nicht so spannenden Vinyls? Das soll nicht sein! Wer sich auf den Weg macht um im Plattenladen zu diggen, sollte auch die Chance haben, etwas für Ihn Interessantes zu finden. Das klappt natürlich nicht immer und hat auch stark mit der Erwartungshaltung des Sammlers zu tun (Sorry, eine Mint Led Zeppelin II auf Plum Atlantic für € 10,- werden Sie hier nun mal nicht bekommen), aber so ist die Chance wesentlich größer, das halt was da ist.

d) wir haben einfach nicht die Zeit, einen Online Katalog zu erstellen.

Aber eine gute Nachricht zum Schluß für alle CD Sammler:
auf amazon.de marketplace gibt es einen “Black Diamond Records” Online Shop, in dem ca. 3.200 CD´s aus allen Bereichen angeboten werden. Die können Sie dort online kaufen, oder nach kurzer Mitteilung im Laden abholen, das spart Porto. Aber bitte vorher anrufen, die CD´s stehen zuhause und können also frühestens am nächsten Tag im Laden sein. Und das Beste: alle CD´s sind von Frau Baronin höchst persönlich geputzt, gewienert und gestriegelt worden. Egal, ob sie € 3,- oder € 33,- kosten!

Nach dem wir Sie jetzt genervt haben mit all den tollen Dingen, die es hier nicht gibt,  zum Ausklang doch noch ein paar positive Nachrichten:

a) jetzt schon ist das CD Angebot stark durchmischt worden! Durch die 50 % Rabatt Aktion ist viel Platz für für Neuzugänge geschaffen worden.  Und es kommen noch mehr! Ein Besuch könnte sich lohnen.

b) die nächsten drei Mittwoche (ich glaube, grammatikalisch ist das nicht ganz richtig, aber Sie verstehen was gemeint ist, oder?) kommen wieder neue USA Kisten von meinem letzten Trip im Mai. Von Easy Listening aus den 50ern bis Jazz aus den 80ern; Alles dabei!

c) am Dienstag, dem 29. August werden wir wahrscheinlich stundenweise geschlossen sein. Der WDR kommt ein bißchen filmen. Bitte nicht böse sein, wenn sie mal kurz draußen bleiben müssen.

d) eine recht nette Jazz Sammlung ist eingetroffen und steht schon zum Teil im Laden.

“Come one, come all”

Ihr / Euer Thomas Mechlen

 

01. Juni 2017

SOMMERMONAT JUNI - ALLE CDs ZUM HALBEN PREIS

Bis zum 30. Juni kosten die CDs im Ladengeschäft nur die Hälfte.

 

01. Mai 2017

WONNEMONAT MAI - SINGLES SUCHEN EIN ZU HAUSE

Grosse Singles-Aktion: je 20 cent/Stück - 6 für 1,00 Euro

alle anderen ausgepreisten Singles 50% Rabatt

große Singles Aktion - 20 cent je Single

01. Juli 2016

Verehrtes Publikum,

Was ein Plattenbaron so alles erzählen kann, wenn man ihn läßt.....

Sebastian von Haugwitz vom WDR hat es getan, hören Sie selbst auf WDR5 ob das vernünftig war.

Weiter gehen die Feierlichkeiten zum 10 jährigen Jubiläum: den ganzen Juli gibt es sage und schreibe 50 % auf alle CD´s. Jawoll, das komplette CD Sortiment zum halben Preis.

Übrigens nicht, weil wir glauben, dass die CD ein Auslaufmodell wäre, sondern schlicht und ergreifend aus Platzproblemen. Wenn dann nämlich am 31. Juli die letzte CD zum halben Preis verramscht worden ist, gibt es zum 1. August ein komplett neues, tolles CD secondhand Angebot. Die schlummern momentan noch im Lager vor sich hin, aber wer genau hinhören kann, vernimmt ein ganz stilles leises Fiepen von tausenden kleinen CD´s, die ans Licht wollen. Helfen Sie mit, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht.  Indem Sie die vorhandenen Discs aus diesem Schmuddeluniversum befreien und ihnen ein würdiges, gemütliches Zuhause bieten.

Eilen Sie herbei, und nehmen Sie statt einer zwei oder drei!

Ihr / Euer Thomas Mechlen

 

NEUES AUS DER PLATTENKÜCHE
                                                                                                                                                                                                                                                                                         Köln, 27. 05. 2016

Verehrtes Publikum,
allmählich erholen wir uns von den Folgen der Jubiläumssause. Sie erinnern sich: das große Leroy Emmanuel Konzert im “King Georg” am 27. Februar zur Feier des zehnjährigen Jubiläums des weltbesten Plattenladens (der bis dahin angeblich beste Plattenladen “Tower Records” hat bekanntlich 2006 zugemacht, nachdem “Black Diamond Records” am 1. März 2006 die Pforten geöffnet hatte).

Der Kater und die Kopfschmerzen waren relativ schnell überwunden, schwieriger zu ertragen war die lang andauernde Orientierungslosigkeit. Hätte mich mein treuer James nicht jeden Morgen zum Geschäft gefahren und abends wieder abgeholt, wer weiß wo ich immer noch herum irren würde. Die ganze Welt war zwar wunderbunt, aber dieses Drehen im Kopf war doch sehr lästig. Glauben Sie mir: auch psychedelische Drogen sollten nur sehr maßvoll genossen werden!

Gute Nachrichten übrigens vom “King Georg”: die Renovierungsarbeiten schreiten zügig voran, und man hofft  zeitgleich mit der Städtischen Oper und dem Hansa-Gymnasium so gegen 2023 wieder eröffnen zu können. Das hätte Leroy aber eigentlich auch wissen müssen; soviel Groove und Funk, wie er und seine tolle Band aufs Kölner Publikum los gelassen haben, konnte natürlich nicht ohne Folgen bleiben.  
Tja, 5.000 Gäste können einigen Schaden anrichten, wenn sie die Kontrolle verlieren. Und wer hätte damit rechnen können, dass man eine komplette Baranlage durch die Garderobe und zwei Mauern auf den Ebertplatz werfen kann? Bloß um ein bißchen mehr Platz zum Tanzen zu haben?

Zum Glück ist niemand ernsthaft zu Schaden gekommen und den Rest  zahlen die Versicherungen.

Seit nunmehr  zehn Jahren halten Sie, verehrtes Publikum diesem kleinen, schmutzigen, unordentlichen,  vollkommen überteuerten Ramschladen jetzt schon die Treue, dafür an dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön! Denn ohne Ihre treue Zuwendung wäre ich arbeitslos und müßte wahrscheinlich jeden Tag im Weinkeller meine Champagnerflaschen Sammlung abstauben oder Frau Baronin beim Silberputzen zur Hand gehen.

Also frisch ans Werk. Was gibts Neues?
1) Ca. 150 neue Jazz CD´s sind in der Wand einsortiert worden.
2) Jede Woche Mittwoch kommt eine neue Florida Kiste voller wunderschöner US Pressungen in den Laden. Wahrscheinlich noch bis Mitte Juni. Jazz, Rock, Easy Listening, Funk etc.
3) Dann ist Einiges an recht gutem Soul / Funk eingetroffen sowie eine recht ordentliche Rock Sammlung  mit Allem was dazu gehört: Led Zeppelin, Black Sabbath, Hawkwind, Pink Floyd und ein paar Neo-Psych Krachern. Kommt auch peu-a-peu in den Laden.

Come one, come all!

Ihr / Euer Thomas Mechlen

Thomas Mechlen
Black Diamond Records
50668 Köln
Ritterstr. 48
Tel.: 02 21 / 13 90 442

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Am 01. März 2016 ist es soweit - "BLACK DIAMOND RECORDS" feiert sein 10-jähriges Bestehen.

Feiern Sie mit uns!

Ein Highlight zu diesem Jubiläum gibt's im "King Georg" zu sehen und zu hören:

SA. 27.2.2016

Black Diamond Records Jubiläum:
Leroy Emmanuel Trio

Original-Motown-Funkbrother ---- hier gibt's einen Musik-Clip zum Anschauen:

Leroy Emmanuel gilt als ehrwürdiger Statthalter der goldenen Motown-Ära. Er hat als Original Motown Funkbrother und langjähriger musikalischer Wegbegleiter und Freund von Marvin Gaye mit ziemlich allen Größen des Soul & Funk gespielt und an hunderten von Aufnahmen mitgewirkt. Mit seiner eigenen Band "The Counts" spielte er in den 70er Jahren wegweisende Ghetto-Funk-Alben ein.
Der fast 70 jährige charismatische Sänger und Gitarrist hat dabei über die Jahre nichts an Ausstrahlungskraft und Bühnenpräsenz eingebüßt und tourt so regelmäßig, wie andere zur Arbeit gehen. Und das ist für jeden Liebhaber dieser Musik ein großes Glück.
Zusammen sind Leroy mit seinem "Daumenstil" á la Wes Montgomery (ohne Plektrum), King Christian an der Hammond-B3-Orgel und Prince Csaba am Schlagzeug der Inbegriff an Groove, Authentizität und Spielfreude. Im Gepäck haben sie ein neues Album (LP / CD). 

KING GEORG KLUBBAR | SUDERMANSTR. 2 | 50670 KÖLN

Einlass: 20.00
Beginn: 21.00

Eintritt: € 12,-

 

Neues aus der Plattenküche
     

den 24. 11. 2015.
Verehrte Sammler,

“Ja, is denn scho wieder Weihnachten?” Wie unser (derzeit vollkommen zu Unrecht angegriffener) Kaiser (wen interessiert schon, ob wir die WM-Ausrichtung “gekauft” oder “gewonnen” haben?)  einst warb, werden wir von einer rücksichtslos auf Umsatz und Profit gepolten Industrie dem Konsumstress unterworfen.

Überall duftet es nach Stollen und Glühwein, die Dessouswerbung hängt wieder an den Bushaltestellen, die Fußgängerzonen füllen sich, die Taschendiebe machen sich an die Arbeit und Die, die es sich leisten können fliehen - nein, nicht nach Lanzarote oder auf die Malediven -, sondern in  die Ritterstraße.

In den kleinen beschaulichen Plattentempel, wo es nicht nach Glühwein, sondern nach Kaffee riecht, wo man nicht von tütenbepackten Horden über den Haufen gelaufen wird, sondern von wohlerzogenen Jazzsammlern den Ellenbogen in die Rippen gerammt bekommt, weil die nun mal vor Ihnen ans Jazz Fach wollen. In diesem Tempel hängen garantiert keine roten Kugeln und es gibt auch keine Printen, und wer Weihnachtsmusik hören möchte ist hier auch falsch. Rolf Zukowski und seine “Weihnachtsbäckerei” haben sogar lebenslanges Hausverbot (und das ist ausnahmsweise mal kein Witz!).

Und dieses Jahr ist unser Mitgefühl für Sie sogar noch gewachsen! Immer wieder fragten verzweifelte Seelen, die schon drei Monate im Voraus von ihrer Herzallerliebsten zum “verkaufsoffenen Sonntag” am 6. Dezember verpflichtet  worden sind, um Rat. Welche Entschuldigung könnte es denn geben um an diesem Tag nicht mit auf die Schildergasse zu müssen (ärztliche Atteste würden nicht anerkannt)? Lange wurde überlegt und gebrainstormed, dann hatten wir die Lösung: wir machen diesmal einfach mit beim “Verkaufsoffenen Sonntag am 6. Dezember”! Das dürfte doch als Entschuldigung reichen: man muß unbedingt den Tonträgerhändler seines Vertrauens aufsuchen um eine schöne Weihnachtsplatte zu kaufen. Denn ohne ein paar geile neue Scheiben ist doch der Weihnachtskrach vorprogrammiert! Und das möchte die Herzallerliebste doch bestimmt nicht, oder?

Übrigens, auch für Herzallerliebste Partner und Partnerinnen stehen die Türen am Sonntag, dem 6. Dezember von 13:00 bis 18:00 Uhr offen! Wir sind da nicht so!

Bis dann!

Ihr / Euer Thomas Mechlen

                           
                                                                                                                                                                                                                                                                Köln, 04. 09. 2015.
Verehrte Sammler und Jäger,

die Ferien neigen sich dem Ende entgegen. In unserem schönen NRW sind sie schon länger beendet, nur habe ich es diesmal gar nicht gemerkt.

Wie der regelmässige Besucher weiß, liegt dieses kleine Etablissement im Schatten des riesigen, altehrwürdigen Hansa Gymnasiums, ein Hort der Bildung und Hochkultur, wo unsere zukünftigen Eliten mit Goethe, Schiller, Beethoven und dem kategorischen Imperativ  malträtiert werden.

Trotzdem sind das eigentlich meistens ganz nette Jugendliche, die nur selten in den Pausen in den Fenstern hängen und die ein oder andere Verbalinjurie gefolgt von einer Wasserflasche auf den Trottoir schleudern. Was allerdings mehr stört ist der penetrante Klingelton, der den Beginn sowie das Ende der Pausen markerschütternd kund tut. Deswegen bin ich immer erfreut, wenn die Gören Ferien haben.

Auch diesen Sommer waren die Ferien wieder schön lang. Viele Stammkunden waren zwischendurch verschwunden und waren eines Tages sonnengebräunt wieder da. Alle schienen sich gut erholt zu haben, keine Ehegattin war unglücklich von der Klippe gepurzelt, weil sie wieder über das Ausmaß der Plattensammlung des Gatten genörgelt hatte. Die Touristen, welche sich anstelle der Stammkunden im Sommer das Genick brechen, weil sie mal wieder eine Plattenkiste auf dem Boden übersehen haben, wurden schon wieder weniger, der Verkehr nahm wieder zu und in der Zeitung hatte gestanden, dass die Schule wieder beginnt. Allerdings nicht am Hansa Gymnasium! Himmlische Ruhe!

Zunächst dachte ich, man wäre wohl geschlossen auf Klassenfahrt oder so, aber als nach zwei Wochen immer noch keine Klingel meine Meditation störte, habe ich mich dann mal umgehört, und siehe da: Alle hams gewusst, aber Keiner hat was gesagt: das Schulgebäude wird die nächsten 2 1/2 Jahre saniert. Geplant sind zweieinhalb Jahre, gehen wir also mal von 6 Jahren Ruhe aus. Prima, mir ist es recht!

Konzentrieren wir uns also auf das Wesentliche:

Auch dieses Jahr gibt es wieder einen “Sweet September Sale”!

Vom 7.9. bis 26.9. heißt es wieder: 30 % auf Alles außer Neuware!

Einzelne Abteilungen sogar bis zu 75 % Rabatt!

Come One ! Come All!

Ihr / Euer Thomas Mechlen

 

 

Neues aus der Plattenküche

Köln, 23. 04. 2015.
SOMMER   -    SONNE     -    CABRIO     -   MUSIKKASSETTE

So, liebe Sammler, der Recordstore Day ist vorbei. Von dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für Ihr zahlreiches Erscheinen und die Geduld beim Anstehen.
Jetzt wenden wir uns mal den wirklich schönen Dingen des Lebens zu: der Frühling ist da, der Sommer nicht mehr weit, da holt der Bonvivant unter Ihnen natürlich das Cabrio beim Bauern aus der Scheune, wo es im Winter eingestaubt ist.

Selbstverständlich, werter Cabriofahrer, haben Sie ein Oldtimer Cabrio, wie z.B. die 3er BMW Baur Cabrios aus den 80ern. Oder sogar einen Benz W123? Ein Käfer Cabrio von Karmann? Vielleicht sogar einen ganz frühen MX-5?

Denn was wirklich beim Vintage Cabrio zählt ist natürlich der Kassettenrekorder im Armaturenbrett. Und jetzt kommt´s: wir haben die Software dazu! Sprich original MC´s aus den 80ern, zum großen Teil original verschweißt aus alten Kölner EMI Beständen.

Pro Stück € 1,-!

Stellen Sie sich schon mal auf viele amouröse Angebote ein, wenn beim lässigen Cabrio cruisen auch noch stilecht originale Achziger Mucke von Spider Murphy Gang, Jon Secada, José Carreras oder Kollegen aus dem Kassetti schallt!

Come first, come all!

Ihr Thomas Mechlen


RECORD STORE DAY am Samstag, 18. 04. 2015.

Record Store Day 2014
Köln, 13. 04. 2015. (Foto vom Record Store Day 2014)


Verehrte Sammler und Jäger,

ein Schatten überlagert momentan diese heiligen Hallen, um genauer zu sein, ein Ereignis, dass seinen Schatten voraus wirft. Und um noch genauer zu sein: am Samstag ist schon wieder “RECORD STORE DAY” 2015.

Auch dieses Jahr wird die Ritterstraße wieder von unzähligen Musik- und Vinyl Fans gestürmt werden, welche die Vinyl Arsenale der vier ansässigen Läden plündern werden.

Denn wo gibt es das sonst im weiten, weiten Umkreis? Auf einer Distanz von 200 Metern vier Plattenläden?

Als da wären: “Pin UP”, Ritterstr. 46 (Comicladen mit großer Vinylabteilung hinten drin), dann Ritterstr. 48 dieser komische “Black Diamond Records”, wo man immer so unverschämt behandelt wird; auf Nummer 52 dann “Underdog Records”, Spezialist für Alternative / Indie / Punk / Hardcore; und um die Ecke am Hansaring “Musicpoint” mit großer Vinylabteilung. Über die Straße dann der “große Bruder” “Saturn”, einst der beste Plattenladen der Welt, heute allerdings wieder auf dem aufsteigenden Ast nach langen Jahren der Vinylreduzierung.

Es werden Bands spielen am Samstag und vor “Black Diamond Records” gibt es auf dem Bürgersteig einen netten kleinen Plattenflohmarkt mit einigen überraschenden Sonderangeboten.

Öffnungszeiten ausnahmsweise ab 9:00 Uhr, der Flohmarkt vor dem Laden vielleicht sogar ein bißchen früher.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben !

 

 

Neues aus der Plattenküche

24. Januar 2015


Liebe Sammler und Jäger,
dass diese Kolumne überhaupt nicht gelesen wird enttäuscht mich doch ein wenig. Oder folgen Sie meinen Ergüssen so treu, dass Ihnen die Fehler gar nicht auffallen, die natürlich auch einem Plattenbaron ab und an unterlaufen? Keine einzige Zuschrift wegen Seattle und Sandra Bullock in der letzten Kolumne! Dabei war das in „Schlaflos in Seattle“ gar nicht Sandra Bullock, sondern Meg Ryan. Komisch, die Eine hat kurze blonde Haare, die andere lange dunkle. Verwechselt habe ich sie trotzdem. Sandra Bullock hat nämlich in „Während Du schliefst“ gespielt.
Trotzdem, irgendwann werden Sie hier eine Kolumne mit dem Titel „Schlaflos in Seattle“ lesen dürfen! Versprochen.
Im Moment sitze ich schlaflos auf dem Flughafen von Atlanta, Georgia und bange um meinen Plattenkarton, der von einem Flugzeug in ein anderes verladen wird. Gehen die rauen Gesellen dort unten auch entsprechend vorsichtig mit Ihren zukünftigen Schätzen um? Hoffen wir das Beste. Am Dienstag werden Sie sich selbst davon überzeugen können, ob alles gut gegangen ist, denn dann wird hoffentlich die erste Kiste Florida im Laden stehen. Der Rest kommt dann im Lauf der nächsten Wochen wieder häppchenweise bzw. kistenweise jeden Mittwoch. Frische Raritäten aus den USA. Insgesamt über 1.500 LP´s!
Kommen Sie vorbei!

 

NEUES AUS DER PLATTENKÜCHE

09. Januar 2015

Stuck inside of Mobile with the Memphis Blues again

Ist das nicht ein toller Titel, verehrte Leser? Wie lange habe ich gewartet, bis ich diesen legendären Songtitel des Meisters (jedenfalls bis 1976, bis er meinte wiedergeborener Christ werden zu müssen und „Shot of love“ herausbrachte) als Überschrift für eine Plattenküche verwenden konnte. Die Rede ist natürlich von Bob Dylan (dies für alle Spätgeborenen).
Zum Glück bin ich in Mobile nicht hängen geblieben, sondern nur schnell durchgebrettert, aber die Eindrücke aus dem Autofenster haben mir gereicht. Zwar liegt Mobile recht schön am Wasser, daher auch die Bedeutung als größte Hafenstadt Alabamas, aber ansonsten scheint es mir keine Stadt zu sein, wo ich gerne tot über den Zaun hängen würde. Viele Kräne zum Schiffe beladen stehen rum, die Innenstadt besteht aus zwei schlechten Kopien des Empire State Buildings mit einem Verwaltungs- und Konferenz Mehrzweckgebäude dazwischen, und der Rest – wenigstens den, welchen ich von der Interstate 10 aus sehen konnte – aus heruntergekommenen Armensiedlungen in verschieden weit fortgeschrittenen Stadien des Verfalls. Das Alles von einer wunderschönen Wintersonne bei strahlend blauem Himmel und – 5 Grad beschienen. Und trotzdem war alles nur grau und braun. Die einzigen Farbtupfer waren die MacDonalds Farben Gelb und Rot, welche die Menschen auch in Mobile an die Futtertröge der Fettleibigkeit locken sollen.

Aber das sind nun mal die Eindrücke die ein Plattenbaron im Einsatz für eine bessere Welt und bessere Platten eben verarbeiten muss. Denn im Einsatz bin ich tatsächlich! Vom Einsatzort Orlando, Florida rief man mich zur Hilfe nach Louisiana, wo ein Sammler droht unter seinen Platten begraben zu werden, wenn nicht Jemand schnell ein paar Stützpfeiler in sein Haus einbaut. Dem Mann muß geholfen werden.  Selbstlos, wie ich nun mal bin, sprang ich ins Auto und fuhr quer durch Florida, Alabama und Mississippi nach Louisiana, wo ich nach 1.500 km ganz ohne Sheriffsbehelligung gestern Abend eintraf. Gleich werde ich versuchen dem Sammler bei der Befreiung seiner Platten zu helfen.
(Fortsetzung folgt)
P.S. Sollte mir mal eine Sammlung in Seattle angeboten werden, hätte ich auch schon eine wunderbare Überschrift (kleiner Tipp: Filmschnulze mit Sandra Bullock)

 

 

Neues aus der Plattenküche
Saint H., 22. 09. 2014

Warum Schallplatten Leben retten

Im Urlaub versucht natürlich auch ein vom Vinylvirus befallener Plattenbaron mal abzuschalten, und seine wohlverdienten Ferien vinylfrei zu gestalten.

Ganz klappt das dann manchmal doch nicht, ein kurzer Besuch im Gebrauchtwarenkaufhaus des örtlichen Roten Kreuzes bringt zwar einen hohen Erkenntniszugewinn, was örtlich ansässige Künstler mit ganz viel durchgestrichenen “ö”´s im Namen in den 70er Jahren auf Vinyl gepresst haben. Platten, die man noch nie gesehen hat. Aber ob das wählerische Publikum im “Black Diamond” an ranzigen Jan Reimar LP´s oder eventuell an muttersprachlich gesungenen “Gitte” Scheiben interessiert sein könnte..? Jetzt weiß der gebildete Leser, in welchem Territorium sich mein Urlaubsdomizil befindet. Und der treue Leser weiß natürlich noch vom letzten Jahr, wo ein Plattenbaron seinen standesgemäßen Urlaub verbringt.

Ansonsten gelingt es mir aber meistens stark zu bleiben und mich von meiner Sucht nicht einfangen zu lassen. Als dann aber dieses Jahr überall im Ort Handzettel auftauchten mit der Ankündigung am kommenden Sonntag würde drei Dörfer weiter ein großer “Loppemarked”  stattfinden, gelang es mir Frau Baronin den Besuch dieses Ereignisses schmackhaft zu machen mit dem Versprechen “nur eine ganz kurze Runde über den Markt und dann können wir ja Kaffee trinken gehen...” Tatsächlich wurde ich dann auf dem Markt ein kleines bißchen fündig und mit einer Hand voll LP´s trat man den Heimweg an.
Jetzt werden Sie natürlich allmählich ungeduldig und fragen sich, was dieses ausufernde  Geschwafel soll. Recht haben Sie, kommen wir  zur Sache. Es folgt die knappe Erklärung, warum man unbedingt Schallplatten im Haus haben sollte, denn sie retten Leben.

Als ich heute morgen von einem kurzen Badbesuch in die Schlafgemächer zurückkehrte, sah mich eine kleine Maus vom Fußboden an, machte ein kurzes Geräusch, so als wollte sie sagen: “also, ich geh dann jetzt mal” und huschte aus dem Zimmer. Höflich schloss ich die Tür hinter ihr, worauf Frau Baronin aufschreckte und mich fragte, ob es denn nötig sei, dass ich die Tür so knalle. Gelassen und betont ruhig im Wissen um die hysterischen Anfälle, die manche Mitglieder des schwachen Geschlechts überkommen, wenn sie mit Kleinstlebewesen in Berührung kommen, sprach ich: “E-e-ei-ne M-maus, d- dd- da war eine M-Maus”. Im Glauben, dass dies wieder ein neuer perfider Trick sei um Frau Baronin zu einem Strandspaziergang bei Sonnenaufgang zu bewegen, wurde ich angegrunzt, was ich denn da wieder für einen Mist von mir geben würde. Nach einem nochmaligen besonnenen Lagebericht meinerseits und wohl auch einem besorgten Blick in mein aschfahles Antlitz ihrerseits, schien Frau Baronin davon überzeugt zu sein, dass rasches Handeln angesagt war.

Vorsichtig öffneten wir die Tür zum Wohnzimmer, und tatsächlich, da huschte das kleine Monster doch gerade um die Ecke unter die Couchgarnitur. Beherzt bewaffnete sich Frau Baronin mit dem Staubsauger und ich mich mit einer Salatschüssel und die Operation “Mausefalle” kam ins Rollen. Nach kurzer Zeit war das arme Tierchen denn auch vom röhrenden Staubsauger so verängstigt, dass es unter dem Sofa hervorschaute um sich anderswo in Sicherheit zu bringen. Jetzt war mein Moment gekommen! Mit einem kühnen, gezielten Wurf wurde die Salatschüssel über das Mäuschen geworfen, sodaß nur noch dessen Schwanz darunter hervor lugte. Wir hatten sie also tatsächlich gefangen! Aber wie nun das arme Wesen nach draußen befördern? Anfassen ging natürlich nicht.

Und deswegen kam jetzt die lebensrettende Vinylscheibe zum Einsatz. Aus der Beute des gestrigen Tages wurde die “Waikiki Islanders” LP aussortiert, englische Original Pressung vom Oktober 1967 aus der schönen, besonders gut klingenden “Studio 2 Stereo” Serie. Die LP flach unter die am Boden liegende Salatschüssel geschoben, sodaß die Maus zwischen Vinyl und Schüssel gefangen war, und dann das Ensemble vorsichtig nach draußen in die am weitesten entfernten Ecke des Gartens bugsiert, wo das kleine Vieh japsend in die Freiheit entlassen wurde, natürlich mit der strengen Ermahnung sowas nie, nie wieder zu versuchen.
Und die Moral von der Geschichte: sollte Ihre bessere Hälfte, lieber Sammler mal wieder über die Menge Ihrer vinylen Schätze nörgeln, geben Sie ihr diese Geschichte zum Lesen, und sie wird verstehen, warum man unbedingt Schallplatten im Haus haben muss!

Ihr / Euer Thomas Mechlen

 

Köln, 08. 09. 2014.

Black Diamond Records droht die Schließung wegen Überfüllung

 

Verehrte Kunden,

diesmal müssen wir Sie leider um tatkräftige Mithilfe bitten! Da unser geliebter und geachteter Großbonze (also known as “Plattenbaron”) sich immer wieder verführen läßt neue Sammlungen an zu schleppen, platzt “Black Diamond Records” aus allen Nähten.

Er tut das natürlich alles nur für Sie, und überhaupt nicht, weil er selber so ein Sammler und Jäger wäre, oh nein. Denn Sie, ja auch Sie dahinten mit der Carhartt Jeans und dem Hipster Bärtchen, Sie wollen es ja so. Sie wollen ja jede Woche neue allerfeinste Scheiben.

Jetzt ham Se den Salat: es ist kein Platz mehr! Wenn Sie also trozdem weiter jede Woche neue Platten kaufen wollen, müssen jetzt allmählich mal ein paar von den liebgewonnenen Ladenhütern raus. Also in Ihrem eigenen Interesse: strömen Sie herbei und helfen Sie uns Platz schaffen.
Und weil unser Großbonze nun mal fürchterlich altruistisch ist, vergoldet er Ihr Engagement noch mit tollen Sonderangeboten.

Rabatte von 30 % - 75 %!

Drei Wochen lang!

Vom 8. - 30. September!

Und im Oktober geht es dann mit super tollen neuen Sammlungen weiter!

Aber nur, wenn Sie vorher den Laden richtig leer kaufen. Dann kann ich nämlich endlich mal richtig durchwischen.

Ihre Lotte (Reinigungsfee)

 

 

Köln, 19. 06. 2014
Neu eingetroffen von einem spontanen New York Trip sind wieder mehrere hundert LP´s aus fast allen Bereichen, überwiegend Jazz, Rock, Easy Listening.
Happy Hunting!

 

 

NEUE US-LP´s + RECORD STORE DAY

Verehrte Sammler und Jäger,

lange schon dürsten Sie nach Nachrichten aus der Plattenküche, heute soll es mal wieder sein. Gibt schließlich wieder viel Neues!
Zunächst mal sind ca. 900 neue US Pressungen im Laden, die ich von meinem diesjährigen Florida Trip mitgebracht habe. Alle handverlesen, einzeln ausgesucht und hoffentlich genau das, was Sie so lange schon suchen. Alles dabei: Jazz, male + female vocals, Rock / Pop, Soul (recht viel dieses Jahr), sogar ein bißchen oller DooWop (das sind dann aber Re-Issues aus den 70er oder 80ern). Aber auch ein paar schöne US-Beatles, auch Mono!

Die größere  Neuigkeit ist aber, dass BLACK DIAMOND RECORDS dieses Jahr zum ersten Mal beim Record Store Day mitmacht. Seit Jahren schon kamen immer wieder Bittbriefe und sogar Gesandten Delegationen aus Hamburg nach Köln gepilgert um mich als Teilnehmer für den Record Store Day zu gewinnen: “Bitte, bitte, Herr Baron, machen Sie doch auch mit beim alljährlichen Plattenladen Tag, ohne Sie ist diese an sich wunderbare Veranstaltung doch nur halb so glanzvoll!”

Lange habe ich mich gesträubt, weil ich meinem Stammpublikum nicht ein noch größeres Gedränge als eh schon in diesen heiligen Hallen herrscht zumuten wollte. Aber dieses Jahr habe ich mich dann doch überzeugen lassen, als ich hörte welche Raritäten diesmal erscheinen sollen. Dazu gleich mehr.

Zunächst eine kurze Erklärung was eigentlich der “Record Store Day” genau ist. Also, einmal im Jahr, jeweils am dritten Samstag im April (in diesem Jahr am 19. April), findet weltweit der “Tag des Plattenladens” statt. Dies soll die Sammler und Fans daran erinnern, dass es auch jenseits von eBay, Discogs und Amazon tatsächlich noch Ladengeschäfte gibt, die eine Tür, ein Schaufenster und einen Verkaufsraum haben (der Amerikaner nennt das recht pragmatisch “brick and mortar” - “Ziegelstein und Mörtel”) in dem man Schallplatten tatsächlich noch anfassen, hören, kaufen und sofort mit nach Hause nehmen kann. Man muß nicht auf den Postboten warten, nur um sich anschließend fürchterlich auf zu regen, wenn sich die als “almost near mint” “Killer Fuzz Guitar Breaks Garage Punk Psych early sixties Groove Jazz” “mega rare” LP als musikalisch enttäuschendes Party Frisbee entpuppt.

Aber um die Nerds auch tatsächlich auf die Straße und in die Plattenläden zu locken, haben sich die Veranstalter etwas ziemlich Geniales ausgedacht: extra zum “Record Store Day” erscheinen jede Menge limitierte Sonderpressungen, Neuerscheinungen und alle möglichen Special Gimmicks in limitierter Auflage, die es - und jetzt kommt es - nur im Plattenladen gibt! Und Nicht im Internet! Nach dem Prinzip: “First come, first serve”, stehen dann morgens um fünf schon die ersten Sammler vor der Tür, obwohl  sie gar nicht wissen, ob ihr Stammladen überhaupt Exemplare der begehrten Sonderauflage bekommen hat.

Und erfahrungsgemäß kostet dann zwei Tage später die limitierte “Ärzte” Picture Disc im Internet das dreifache. Was genau erscheint wird erst kurz vorher bekannt gegeben, auch ich als Händler weiß noch nichts Genaues. Wilde Spekulationen gibt es aber schon zuhauf.

So ist die Rede von einer Neuaufnahme von “Street Fighting Man” mit Keith Richards an der Gitarre, Vocals: Helmut “elder statesman” Schmidt.
Ein weiterer Oscar Gewinner soll ins Studio gehuscht sein: gemunkelt wird von einem Duett von Tebarz-van Elst mit MC Müller-Lüdenscheid “In meiner Badewanne bin ich Kapitän”. Auf der B-Seite ein Remix von “Ente” Lippens.
Eine lange unter Verschluß gehaltene Welt Sensation könnte dieses Jahr die Beatles Fans auf die Straße treiben. Hinter vorgehaltener Hand ist die Rede von der Erstveröffentlichung der alternativen Version von “She loves you”. Damals war die Zeit noch nicht reif - meinte jedenfalls Brian Epstein -, jetzt könnte aber bald “She loves her” erscheinen, vielleicht zum Record Store Day?

Lassen wir uns überraschen. Am Samstag, dem 19. April ab 10:00 Uhr in der Ritterstr. 48.

Bis dahin!

Ihr / Euer Thomas Mechlen

 

Thomas Mechlen
Black Diamond Records
50668 Köln
Ritterstr. 48
Tel.: 02 21 / 13 90 442

 

BLACK DIAMOND RECORDS GOES UFFTA -  UFFTA !
Jetzt auch Techno, House, Trance im Black Diamond!

 Köln, 31. 10. 2013

Verehrte Sammler,

von diesem beschaulichen Lädchen sind Sie ja schon Einiges gewöhnt, aber jetzt kommts knüppeldick: die neue Techno / House / Trance / Rave hasse-nich-gesehn Abteilung wurde eröffnet.

Und das kam so: Neulich war Frau Baronin recht gut gelaunt, - was nicht selbstverständlich ist, denn oft genug muß sie ja ihre Abende mit mir verbringen - und summte den alten Marlene Dietrich Klassiker vor sich hin, allerdings in einer Remix Version: “Motten umschwirren mich, wie Männer das Licht...” Wir stutzten beide und nach einem Heiterkeitsausbruch beiderseits fanden wir schnell wieder zurück auf den Boden der Realität und überlegten uns, was unser Unterbewußtsein uns damit wohl sagen wollte?

Denn Motten umschwirren normalerweise eher alte, gut abgehangene Wintermäntel, oder? Sollte das bedeuten, dass Frau Baronin sich und ihr Bügelbrett schon alt und abgehangen vorkommt? Und was heißt das für mich? Spontan beschloß ich eine Midlife Krise zu bekommen. Es mußte was passieren, junge, frische Energie mußte her. Nein, nicht was Sie jetzt denken, die jungen Dinger von heute haben einfach nicht genug Humor, das reizt mich nicht (noch nicht??) wirklich.

Und wie das so ist,  prompt klingelte am nächsten Tag das Telefon und es wurde eine große DJ- Maxi Sammlung angeboten. Termin gemacht, hingefahren, keine Ahnung von diesem ganzen Gerave und so, aber trotzdem Transporter vollgepackt und mitgenommen.

Das bedeutet jetzt, dass unser Sortiment auf einmal fürchterlich modern, jung und hip wird,  und nicht mehr in den späten 80ern aufhört, sondern bis in die 00er Jahre weitergeht. Alles Maxis, alles Techno, House, Rave, Trance, R&B, Rap, HipHop und so weiter. Jede Woche eine neue Kiste. Alles € 2,- oder 3 Stück für € 5,-. Hoffentlich sind nicht zuviele Schnäppchen dabei, aber bei über 5.000 Stück kann ich einfach nicht alle checken.

Versuchen Sie´s mal! Und jetzt noch ein ganz spezielles Angebot:
Gegen Vorlage des Personalausweises erhält jeder über 60-Jährige Käufer nochmal 10 % “Senior Discount” in der Techno Kiste!!

Bleiben Sie jung, machen Sie Uffta - Uffta!

Ihr Thomas Mechlen

 

 

 

den 21.10.2013

“Es riecht nach alten Originalpressungen”

Unter dieser Überschrift wurde heute ein kleines Lädchen in der Kölner Innenstadt in der Ausgabe vom 21. 10. 2013 der “SZ” (“Süddeutsche Zeitung”) besprochen.

Warum Nicholas Müller, Gitarrist von “Jupiter Jones”, “Black Diamond Records”  9 von 10 Punkten gibt, können Sie selbst lesen, wenn Sie diesen link anklicken: sueddeutsche.de/Mein-allerliebster-Scheibenhaendler

Mit autistischen Grüßen!

Ihr Thomas Mechlen

 

 

 

Köln, 17. 10. 2013
                                                
Verehrte Sammler und Jäger,

nur ganz kurz das Neueste: die Schaufensterscheibe ist wieder ganz! Jetzt aus extra VSG Sicherheitsglas, damit kein Unfug mehr passieren kann. Trotzdem habe ich mir vorgenommen auf provokante Dekorationen erstmal zu verzichten. Also keine Roger Whittaker LP´s mehr im Schaufenster!

Sie können also jetzt wieder von draußen rein kucken und wir wieder von drinnen raus. So kann der etwas vorsichtigere Zeitgenosse erstmal das Revier erkunden, bevor er sich in die Gefahr begibt mit Tüten voller Schallplatten und einem leeren Portemonnaie  bzw. leerem Konto (EC-Zahlung geht nämlich auch) eine Stunde nach Eintritt beduselt auf dem Bürgersteig zu stehen. Waren da etwa K.O. Tropfen im Kaffee?

Ich kann Sie beruhigen: K.O. Tropfen gibt es hier nicht. Sie werden hier mit vollkommen ökologisch zertifizierten Manipulationsmethoden in einen verhängnisvollen Kaufrausch versetzt. Wie das genau geht ist natürlich Betriebsgeheimnis. Ein transzendentaler Klangteppich, verwirrende Lichteffekte und bedeutungslosen Unsinn schwafelnde Fachverkäufer sind nur der Anfang...

Testen Sie´s doch mal aus! Es gibt übrigens auch wieder ein paar neue Schallplatten!

Bis bald!

Ihr Thomas Mechlen

 

09. September 2013

Liebe Hörer und Leser,

gut daß diese Computerbildschirme von hinten beleuchtet sind, sonst könnte ich Ihnen heute gar nicht schreiben. In meinem kleinen bescheidenen Tonträgerimperium ist es heute nämlich ziemlich dunkel. Das hat nichts damit zu tun, daß allmählich der Herbst ausbricht, sondern ist der Tatsache geschuldet, daß das Schaufenster mit Spanplatten vernagelt ist. Licht dringt nur durch die geöffnete Ladentür herein.

Damit die Kunden nicht über die Kisten fallen und mich auf Schadensersatz verklagen können, sah ich mich sogar gezwungen das elektrische Licht ein zu schalten. Das tue ich natürlich nur im äußersten Notfall, denn die Kunden könnten ja auf die Idee kommen die Platten vor dem Kauf ins Licht zu halten und zu prüfen ob auch wirklich genug Kratzer drauf sind. Es soll schließlich keiner merken, daß immer noch ein paar "Mint" Platten aus alten Zeiten im Sortiment stehen. Und die müssen ja auch weg! So schwer das heute auch geworden ist ! Und wenn der Kunde erst zuhause merkt, daß er eine gänzlich knisterfreie Platte erworben hat.... Ätsch, Pech gehabt!
 
Trotzdem versteht noch nicht jeder Kunde, warum wir ausschließlich komplett verkratzte und  runtergenudelte Platten verkaufen in schimmeligen zerrissenen Covern. Ein böswilliger Mensch könnte glauben, daß reine Profitgier dahinter stecken würde. Aber dem ist natürlich nicht so. Wissen Sie überhaupt wie zeitaufwendig und teuer das ist, Platten so richtig kaputt zu machen??

Die Audiophilen High Ender unter Ihnen wissen es längst besser. Kölsches Grundgesetz Artikel 11 lautet schließlich immer noch: "Wenn et net knistert un knarzt isset keen Schallplaat". Noch immer kommen ab und zu einige vollkommen altmodische Kunden in den Laden und wollen kratzerfreies Vinyl erwerben. Ich lächele sie dann immer ein wenig mitleidig an und denke im Stillen: "Ach, schon wieder so ein Hinterwäldler aus der Eifel oder dem Sauerland, der noch nicht Bescheid weiss." Ich spreche dann meistens betont langsam und in kurzen Sätzen zu diesen armen Menschen. Und erkläre Ihnen, daß außer Ihnen längst alle wirklichen Audiophilen nur noch absolute Vintage Platten hören. Der Trend ist längst umgeschwenkt zu altem Vinyl in erbarmungswürdigem Erhaltungszustand. Denn nur so entfaltet sich dieser wunderschöne Nostalgie Sound auf Ihrem Linn oder Transrotor. Es knistert, knackt und springt hin und her, die Nadel zuckt und zackt, der Tonarm hüpft. Da kann Ihre Anlage doch mal so richtig zeigen, was in Ihr steckt! Makellose neuwertige LP´s abspielen ist doch langweilig. Können Sie sich doch gleich einen "Streemer" oder wie die Dinger heißen, kaufen.

Jetzt wird der jenige Leser, der mir bis hierhin gefolgt ist (Hallo Andy, schön, daß Du noch wach bist!) vielleicht fragen warum denn nun sogar das Schaufenster vernagelt ist. Haben die wartenden Menschenmassen auf dem Bürgersteig etwa wieder so gedrängelt, daß Jemand durch die Scheibe gedrückt wurde? 

Diesmal nicht. Ein Einzeltäter wars. Die Polizei hat Ihn erwischt, kurz nachdem er meine Scheibe zerdeppert hat. Samstagnacht um halb drei. Zu den Motiven des Täters will die Staatsanwaltschaft noch keine Auskunft geben. Schwebendes Verfahren und so.. Sie kennen das. Meine Gewährsleute haben aber durchblicken lassen, daß es sich um einen angeblichen "Intellektuellen" handeln würde, den wohl die wunderschöne mit Girlanden und Lorbeerkränzen geschmückte Roger Whittaker LP im Schaufenster angewidert habe. Mir fehlen die Worte..

Der Mann sitzt jedenfalls in einer Einzelzelle und wird pausenlos von einem Spezial SEK verhört und mit "Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini" gefoltert. Er soll zumindest schon zugegeben haben, daß er ein kapitalistischer Spion ist.  Der akustische Stuhl ist ihm wohl sicher.

Jedenfalls warte ich jetzt schon seit heutemorgen auf den Glaser.

Ihr Thomas Mechlen



                                Dänemark, 15.05.13.

Verehrte Sammler und Horter,

auch ein Plattenbaron muß ab und an Urlaub machen, schließlich haben Sie Anspruch auf einen ausgeschlafenen, konzentrierten, fachkundigen und stets freundlichen Zeitgenossen hinter der Ladentheke. Mit einem Wort: meine Vertretung! Nutzen Sie die paar Tage noch, bevor ich höchstselbst Sie wieder anschnauze und beleidige, weil Sie partout nicht die wunderschöne John Denver LP kaufen wollen.

Aber welch eine Mühsal ist es jedesmal wieder, den richtigen, standesgemäßen Urlaubsort zu wählen! Eigentlich wollten Frau Baronin und ich dieses Jahr mal wieder nach Cannes. Man war auch bereit, die Filmfestspiele eine Woche vor zu verlegen, wenn meine Wenigkeit denn die Croissette beehren  würde... Aber dann wurde mir zugetragen, dass dieser blöde Abramowitsch noch mal einen extra Balkon an seine Jacht hat bauen lassen, bloß um sie zwei Meter länger werden zu lassen als die eines gewissen Plattenbarons aus Köln. Und mit der zweitlängsten Jacht in Cannes vor Anker zu gehen ist natürlich undenkbar. Blohm + Voss hätten zwar sofort den koreanischen Supertanker aus dem Trockendock geschubst um meinem Müllemer Böötchen einen extra Anbau zu verpassen, der Umweg von den Galapagos Inseln über Hamburg nach Cannes hätte aber zu lange gedauert.

Also sind wir kurzerhand wieder zum exklusivsten und coolsten Urlaubsziel überhaupt aufgebrochen: nach Saint H. in Dänemark, dort  wo die gesamte Weltprominenz sich beim Brötchen holen bei Kobmand Hansen trifft: die Königs aus Detmold, die Kaisers aus Goslar. Man schlürft Champagner aus Wanderschuhen beim Tischtennis im Fritidscenter von Norre Nebel, und während einer exclusiven Fahrradtour durch die dänische Heide werden die Marktanteile für die nächsten drei Jahre abgesprochen (“also, wenn Sie, verehrter Kollege, mir 20 % von der Blue Note Sammlung aus L.A. überlassen, verspreche ich Ihnen, die Ohr-Metronome-Brain Sammlung nicht in Berlin an zu bieten”. “Klar, Herr Kollege, hätten Sie vielleicht noch mal Feuer? Durch den Fahrtwind ist meine Cohiba ausgegangen”).
Abends dann der gesellschaftliche Höhepunkt des Urlaubs: der Preisskat im “Kirkeby Kro”, erster Preis: eine LP aus der Plattenkiste der “Rode Kors Butik” in Varde. Das ist übrigens dieser legendäre Trödelladen des Roten Kreuzes, in welchem 2004 das “Montreux” Album von Smokie gefunden wurde, dass dann bei Ebay für $ 28.450,- versteigert wurde.
Jetzt  werden Sie fragen, verehrter Sammler, was dieses Geschwafel denn Sie überhaupt angeht, geschweige denn interessiert. Womit Sie natürlich recht haben. Also, Schluss damit, selbst Schuld, dann erfahren Sie halt nicht, dass Frau Baronin z.B. extrem ungehalten ist über die mangelhafte Qualität des Bügelbrettes in unserer dänischen Ferien Hazienda (“viel zu weich und zu wackelig!”).
Stattdessen folgendes:
1) Zur Besichtigung, Begutachtung und Verkauf  steht im Laden eine absolut hochklassige  Plattenwaschmaschine. Marke: RCM Odyssey Mark V. (Nachfolger der legendären Keith Monk). Punktabsauger, extrem leise, top hochwertig verarbeitet, vom Hersteller selbst gerade erst gewartet und general überholt. Aus Privatsammlerhaushalt. VB € 1.650,- (Neupreis € 2.500,-)
2) Jede Menge US LP´s aus zwei Florida Trips dieses Jahr. Vom zweiten Trip sind noch acht Kisten NICHT ausgepackt. Jeden Dienstag zwei neue Kisten im Laden! Ab 21. 5. 2013 wieder. First come, first serve!
3) Ein sehr schöner Dual 704 Direct Drive Plattenspieler für schlappe € 149,-. Top Zustand, in Fachwerkstatt durchgecheckt.
4) Jede Woche neue, spannende gut erhaltene LP´s, Singles + (Jazz) CD´s!
Bis bald!
Ihr Thomas Mechlen

 

Neues aus der Plattenküche

Köln, den 15. 01. 13.

Achtung! NEU Eingetroffen:

Ständer mit fast 50 Jazz Schellacks, meistens sehr gut erhalten, und freundlich gepreist (€ 5,- bis € 15,-). Dabei sind u.a. Glenn Miller, Artie Shaw, Harry James, Louis Armstrong, ein russisches Rhumba Orchester und noch so´n paar schräge Sachen.

Dieser Ständer steht aus Platzmangel auf der Theke. Bitte, liebe Sammler, retten Sie diese unwiederbringlichen Schellackschätze schnell, bevor irgendein Depp gegen den Ständer “deppert”.

Ihr / Euer Thomas Mechlen

 

Köln, den 6. 01. 2013

Liebe Sammler und Jäger,

“Hier ist ja richtig Bambule, ich glaub´s ja gar nich!” war der halb verblüffte, halb respektvolle Kommentar eines bekannten Berliner DJ´s bei seinem gestrigen Aufenthalt  in  Kölns kleinstem Tonträgertempel. Tja, bei seinem letzten Besuch vor drei Monaten war halt zufällig Montagmorgen, und dann kann man schon mal das Glück (oder Pech) haben ganz alleine im Laden zu sein. Man kommt dann zwar an alle Kisten und Regale und kann in sämtlichen schmuddeligen Ecken nach griechischer Volksmusik, afrikanischen Rhythmen oder österreichischen Zwölftönern buddeln, nur der Austausch mit all den anderen verrückten Sammlerkollegen bleibt dann ein wenig auf der Strecke. Und das macht schließlich auch einen Teil des Reizes aus, den manche Kunden veranlasst diese heiligen Hallen auf zu suchen anstatt daheim am Monitor weltweit zu stöbern.

Aber gestern war halt Samstag und dann kann es besonders nachmittags schon mal ein bisschen eng werden. Er hatte zwar einen Platz an der Theke erobert, um ihn herum  wogte jedoch das pralle Leben. Ein anderer DJ hatte die neue Sammlung mit polnischem Jazz entdeckt und hörte sich durch all diese fürchterlichen Komeda, Stanko, Trzaskowski, Urbaniak und sonstige dissonanten Klänge.

Ein Sammler aus der Schweiz wunderte sich, dass seit seinem letzten Besuch vor drei Monaten schon wieder soviel neue Blues CD´s da waren und wollte in Einige rein hören. Das hatte fast einen unsittlichen Antrag an Ihn zur Folge, weil sich eine andere Stammkundin beim Anhören sofort unsterblich in die Mojo Collins CD verliebte und sie ihm unbedingt abluchsen wollte. Der Schweizer blieb aber standfest, und nachdem ich feststellen musste, dass € 8,- wohl doch zu billig gewesen war - das gute Stück war nämlich bei Amazon oder Ebay nicht erhaltbar - zog sie enttäuscht von dannen.

Dann war da die nette Studentin, die fragte wo denn das “Weisse Album” geblieben wäre, das vor drei Tagen noch im Beatles Fach gestanden hätte mit Poster und Fotos in 1A Zustand für € 24,- . Tja, das war natürlich auch verkauft. Diesmal ging´s jedoch gut aus, ich hatte nämlich noch ein frisch Eingetroffenes unter der Theke. Auch prima Zustand, ebenfalls mit Poster und Fotos und 192er Nummer, also eine Pressung von Beginn der 70er Jahre für schlappe 25,-. Noch eben auf der VPI Waschmaschine den Staub der vergangenen Jahrzehnte entfernt, und das Wochenende der jungen Dame war gerettet.

Mit einem freundlichen “N Abend allerseits und ein Frohes Neues Jahr” kämpfte sich Mr. Bonanza zur Theke vor und bat mich wie jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag darum, doch bitte bei meiner nächsten USA Reise seinen Suchwunsch nach gut erhaltenen Lorne Greene LP´s nicht zu vergessen.

Dann die vierköpfige Familie aus der Eifel, wo das weibliche Familienoberhaupt sich zwar sehr freute über die erbeuteten Michael Jackson und Abba LP´s, mit Ihrem Wunsch außerdem noch eine Johnny Cash LP für € 34,- erwerben zu dürfen aber am Veto des männlichen Familienoberhauptes scheiterte (US-Original in gutem Zustand von 1965, Two-Eye Label, mono). Da muss man dann schon mal schlichtend eingreifen können.

Anfragen nach “schöner ruhiger Jazzmusik, die man auch mal im Hintergrund hören kann” müssen an solchen Tagen leider mit einem recht knappen “Schauen Sie doch mal im Regal dahinten unter Oscar Peterson nach” beantwortet  werden. Denn an der Kasse steht schon wieder ein Kunde, der draußen bei den Sonderangeboten zwei Disco Maxis gefunden hat.

In der Ecke eine lebhafte Diskussion zweier Prog-Sammler, ob bei der “Janus” Gravedigger LP im Original nur die Vorderseite des Covers laminiert ist und die Rückseite nicht, oder doch...?

Normalerweise kommt dann auch mein Campanologe herein (ja, googeln Sie das mal, Sie werden staunen!). Er sucht seit ca. 30 Jahren drei Singles vom Christopherus Verlag, die ich natürlich längst auswendig kenne: “Der Dom zu Essen”, “Die Wallfahrt nach Telgte” und “Die Bernauerin”. Ein wunderschönes Beispiel übrigens für Platten, die eigentlich keinen finanziellen Wert haben, die man aber trotzdem nicht findet. Manchmal kauft er statt dessen eine LP mit Orgelmusik. Sollten Sie da draußen also irgendwo noch Platten mit Kirchenglockengeläute haben, bitte NICHT anbieten, die hat er Alle, Alle, Alle. Nur diese drei Singles...

Gegen 17:30 Uhr wurde es dann aber allmählich ruhiger und der Berliner Schallplattenunterhalter konnte dann doch noch eine Japan Pressung einer italienischen Jazz Combo und eine normalerweise fürchterlich teure afrikanische Funk Scheibe zu einem zwar immer noch dreistelligen, aber freundlichen Preis erwerben.

Am Dienstag kommt er wieder, denn dann kommt diesmal eine Kiste mit Jazz 10" Scheiben aus einer recht netten Sammlung. Ich habe Ihn schon vorgewarnt: Dienstagsmorgens, wenn neue Platten kommen, muss man schon mal die Ellenbogen ausfahren können um die besten Stücke zu erwischen.

Ausserdem eingetroffen und demnächst im Laden: eine ganz ordentliche Rocksammlung in sehr gutem Zustand mit u.a. den Klassikern Hendrix, Doors, Beatles, Stones, Dylan etc. in nicht allerersten Pressungen, aber  frühen Zweit- oder Drittpressungen, deswegen meist bezahlbar. Eine Kiste mit Jazz Schellacks (nein, leider keine Comedian Harmonists dabei). Irgendwann kommt dann auch mal die Sammlung mit Kölner Bands und Musikern der unbekannteren Art. Wenn mal wieder Platz ist...

Klassik Sammler aufgepasst: es sind ein paar schöne LP´s mit Bach Gequietsche da (Cello Sonaten, Partiten und so), aber nächsten Monat kommt ein neuer koreanischer Händler, der gerade anfängt einen Laden auf zu machen. Vor drei Jahren hat mal so Jemand die komplette Klassik Wand gekauft...

Und ab Anfang Februar wieder gaaanz frische US Scheiben aus dem sonnigen Florida, in welches ich mich nämlich demnächst begeben werde.

Das ist übrigens auch die Antwort auf Ihre besorgte Frage: “Lieber Plattenbaron, wie halten Sie das alles überhaupt aus? Den ganzen Tag diese durchgeknallten Typen ertragen wie mich z.B.?  Wie schalten Sie denn mal ab?”

In diesem Sinne ein frohes Neues Jahr und vielen Dank für Ihre Treue! Ohne Sie gäbe es “Black Diamond Records” nämlich längst nicht mehr!

Ihr / Euer Thomas Mechlen





Köln, 10. 11. 12.

Liebe Sammler und Jäger,

meine 27ste USA Reise zwecks Platteneinkauf  liegt hinter mir. Diesmal war sie noch etwas spannender als sonst, denn zeitgleich mit mir war ein kleiner Tropensturm auf die Idee gekommen die New Yorker Gegend ein bisschen unsicher zu machen.

Mein Flug von Düsseldorf über Atlanta nach New York war für Montag, den 29. Oktober gebucht. Für den gleichen  Montagabend hatte “Sandy” aber ihren Besuch an New Jerseys Küste angekündigt. Obwohl ich meinen Flug wesentlich früher gebucht hatte als sie, meinte Delta Airlines, zwei große Naturereignisse wären der Region an einem Tag nicht zumutbar, und stornierte meinen Weiterflug. Da saß ich also in Atlanta und dachte mir: “Neue Stadt, neues Glück, wer nicht mitmacht ist verrückt”, mietete ein Auto mit Navi, schaute mir im Internet die Plattenläden der Stadt an und machte mich auf den Weg.

Nach zwei Tagen Atlanta war ich allerdings ein wenig ernüchtert. Ich hatte im Vorbeifahren zwar viele Beton UFOs gesehen, die sich als Sportstadien herausstellten (vor ein paar Jahren haben dort mal Olympische Spiele stattgefunden), viele in parkähnlichen Gärten hinter hohen Bäumen versteckte Villen in denen die arrivierten schwarzen Amerikaner wohnen und viele Straßenecken an denen die weniger arrivierten schwarzen Amerikaner auf Godot zu warten scheinen.

Auch den ein oder anderen Plattenladen hatte ich besucht und auch ein paar schöne LP´s für Sie gefunden, eine wirklich begeisternde Ausbeute war es allerdings nicht. Fazit: ohne echte Insiderkenntnisse findet man zwar die ortsansässigen Plattenläden, die sicherlich die ein oder andere schöne Scheibe im Angebot haben...., aber der anspruchsvolle Jäger und Sammler...., na ja.

Am Mittwochabend durfte ich dann aber weiterfliegen nach New York JFK. Da ich mit meinem japanischen Kollegen verabredet war, dessen Flug aus Tokio ebenfalls um zwei Tage verlegt worden war, hatten wir uns entschieden New York diesmal per Auto zu erkunden und nicht per pedes, Underground und PATH Train wie sonst immer. Wegen der gesperrten Strassen, ausgefallenen Ampelanlagen, umgestürzten Bäumen und stockdunkelen Vierteln schien mir ein PKW mit Navigationssystem doch sinnvoll. Diese Idee hatten aber wohl auch andere Hertz Kunden schon gehabt und das einzig vorrätige Mobil mit Navi war angeblich nur noch ein Chevrolet Suburban. Für die Automobilisten unter Ihnen habe ich nach meiner Rückkehr die Daten rausgesucht: 5,66 m lang, 2.600 kg schwer, drei Sitzbänke und trotzdem noch ein beachtlicher Kofferraum hintendran, V8 Benziner mit 295 PS (kam aber trotzdem nicht so richtig aus den Puschen), eine Tankfüllung $ 97,- (und der Sprit kostet dort immer noch die Hälfte) und keine Verbrauchsanzeige.

Also gut, nehmen wir das riesige Trumm mit LKW Fahrwerk und LKW Ausmaßen gegen saftigen Aufpreis und versuchen die technischen Spielereien zu ergründen. Ziemlich erfolglos, wie ich zugeben muss. Das Navi habe ich bis zum Schluß nicht ganz verstanden und des öfteren hat es mich zu einem mittleren Nervenzusammenbruch veranlaßt. Dafür habe ich den Knopf für die Lenkradheizung gefunden und den Schalter für die elektrohydraulische Heckklappenöffnung. Und nach drei Tagen gelang es mir sogar die Innenbeleuchtung einzuschalten, was relativ hilfreich ist, wenn man im Dunkeln eine Adresse lesen will. Die Heckkamera schaltete sich bei Einlegen des Rückwärtsganges selbständig an, da brauchte ich also nicht suchen. Wenn ich Probleme mit einem zu kleinen Ego hätte, würde ich jetzt noch hinzu fügen, dass ich dieses Gerät sogar mehrmals rückwärts in Philadelphia und auch in Jersey City in eine Parklücke eingeparkt habe. Da ich das aber nicht nötig habe, erwähne ich es also erst gar nicht.

Also den gefühlt 3 Meter hohen Fahrersitz geentert und ab nach Newark Airport, wo mein Kollege in ca. 30 Minuten landen sollte. Wohlweislich direkt den Umweg über den Belt Parkway und die Verrazano Bridge gewählt, denn ich hatte mir schon sagen lassen, dass es in Manhattan ziemlich duster sei und dort Chaos herrsche. Wenn Sie schon mal über die Verrazano Bridge gefahren sind, die südlich quer über Staten Island an Manhattan vorbeiführt und einen atemberaubenden Blick auf den Nabel der Welt bietet, werden Sie sich vorstellen können, wie es mir ging als ich abends um 22:30 Uhr Ortszeit oben von der Brücke nach Manhattan rüberschaute und... NICHTS sah! Stockduster war alles! Da wurde mir klar, dass der Sturm wohl tatsächlich ein bißchen Schaden angerichtet hatte.

Ich habe mich dann auch in den nächsten Tagen nicht nach Manhattan hinein getraut.  Die U-Bahn fuhr tagelang überhaupt nicht, die Vorortzüge ebenso wenig. Mehrere Zugangstunnel zur Stadt waren gesperrt und der Verkehr soll grauenhaft gewesen sein. Einen Tag war ich in Brooklyn. Das ging so gerade, dort gab es Strom und der Verkehr war mehr oder weniger so wie immer in New York: langsam, aber hektisch!

Also haben wir uns außerhalb rumgetrieben, in New Jersey, Connecticut und Pennsylvania, immer auf der Jagd nach gut erhaltenen Schätzen. Es hat jedenfalls Tage gedauert bis die Lage wieder halbwegs erträglich wurde. Großflächiger Stromausfall, komplett dunkle Stadtviertel, kilometerlange Schlangen an den paar Tankstellen, die Strom hatten und geöffnet waren. Nach dem es mehrere Schlägereien unter genervten Autofahrern gegeben hatte, die nach 6 Stunden Anstehen sich von einem mutmaßlichen Vordrängler provoziert gefühlt hatten, wurde jede Tankstelle von einer Polizeistreife bewacht. Ausgefallene Ampelanlagen führten zu großflächigen Sperrungen von Kreuzungen, was oft kilometerweite Umwege zur Folge hatte. Ebenso die umgestürzten Bäume, welche ebenfalls viele Straßensperren verursachten.

Und trotz alledem, war ich wie immer von morgens bis abends unterwegs mit dem einzigen Ziel meinen geschätzten Kunden die bestmöglichen Plattendeals anbieten zu können. Knapp über 400 Stück sind es diesmal geworden, die hoffentlich gegen Ende nächster Woche in Düsseldorf eintreffen werden, und dann kistenweise jeweils Dienstag dem staunenden Publikum in der Ritterstraße vorgeführt werden.

Es hat trotz allem viel Spaß gemacht ein kleines Abenteuer zu bestehen, auch wenn ich nicht mit den Amerikanern hätte tauschen wollen, die tagelang in einer kalten, dunklen Bude ohne warme Dusche und heißem Kaffee hocken mußten.

Übrigens die Heizung im Black Diamond Records funktioniert bestens. Die Kaffeemaschine ist frisch entkalkt und die Beleuchtung erneuert worden: die Halogenstrahler sind von 20 auf 50 Watt verstärkt worden. Es war zwar vorher nicht wirklich dunkel, aber Sammler, die den Zustand einer Platte sorgfältig überprüfen wollten, mußte ich immer mal an bestimmte Stellen im Laden dirigieren, wo das Licht besser war. Das ist jetzt Vergangenheit.

 Manche US Plattenläden sind so “dezent” beleuchtet, daß man ohne Brille noch nicht mal den Interpreten erkennen kann, geschweige denn den Zustand des Vinyls auch nur halbwegs begutachten. Hüten Sie sich vor 8 Watt Neonröhren, die von geriffeltem Milchglaskunststoff verdeckt sind! Da ist jede Platte Mint!

Bis bald!

Ihr Thomas Mechlen

Neues aus der Plattenküche

          

Köln, 27. 9. 2012

Liebe Sammler und Jäger,

der September neigt sich dem Ende entgegen, vor meinem Schaufenster suchen die geduldig Wartenden Schutz unter der Markise vor dem niederprasselnden Regen. Einer hat eine Thermoskanne mit Kaffee dabei, die unter den anderen Ausharrenden herumgereicht wird. Ein Anderer ist mit Erlaubnis der Menge zur „Mr. Baker“ Filiale gegenüber dem ehemaligen Plattenriesen SATURN am Hansaring gegangen, um belegte Brötchen zu holen. Nach seiner Rückkehr darf er wieder seinen Platz 127 einnehmen. Nur noch zwei Stunden und wenige Minuten, dann werden sich wieder die Pforten der Heiligen Plattenhalle in der Ritterstrasse zu Köln öffnen...

„Es soll eine neue Kiste geben!“ Eine ganz exklusive Sammlung muss der Magier an Land gezogen haben, heisst es!“ Es sollen sogar Scheiben von Joe Cocker und Tina Turner dabei sein.......“ „Du spinnst doch, wann hast Du denn zuletzt eine Tina Turner Platte in deinen ungewaschenen Händen halten dürfen?“ „Der Magier hat es aber selbst gesagt, gestern, ich war dabei, ehrlich! Da war dieser Kunde, der die € 350,- für die Roger Whittaker LP nicht zusammen bekam, und wegen einer Dispoüberziehung bei seiner Sparkasse angerufen hat, da mussten wir warten, und da hat der Magier das gesagt: morgen kommt eine ganze Kiste mit neuen Platten aus einer ganz exklusiven Sammlung!“ „Wie Er das bloss macht, wo Er wohl immer diese Hammerteile herholt?“

Die Unruhe in der Menge wächst, das Gedränge wird dichter. Aber beherzt wie immer gehen meine verlässlichen Kampfsportler Vitali und Vladimir dazwischen und sorgen für Ordnung. Noch 1 Stunde und 58 Minuten bis 11 Uhr...

Aber eigentlich wollte ich mich mit Ihnen doch über etwas ganz Anderes austauschen. Eine kleine Ratgeberkolumne mit dem Thema der Herbstdepressionsbekämpfung sollte das hier eigentlich werden. Um zu verhindern, dass Ihre September Depression nahtlos in eine Oktober Depression übergeht, welche im November in den jahreszeitbedingten „Was soll das eigentlich alles hier, ich glaub, ich geh ins Wasser“ Suizid mündet, der mich jedes Jahr viele finanzkräftige Kunden kostet.

Deswegen: Kopf hoch, liebe Sammler und Jäger, es gibt Hoffnung, es gibt wunderschöne neue Platten in der Ritterstrasse, es gibt das bestätigte Gerücht, dass der Autor dieser Zeilen sich Anfang November wieder nur zu Ihrem Wohle in die USA aufmachen wird um neue Schätze zu heben und in unsere alte Welt zu überführen. Aber auch jetzt schon ist vor allem der Jazz Bestand wieder ganz ordentlich (finde ich wenigstens), ein paar nette Rock Scheiben sind auch da, und es kommen wirklich jede Woche ein paar neue Kisten in den Laden.

Ausserdem wird das Helmut Kohl Jubiläum auch bald wieder ein Furz im Mantel der Geschichte sein. Wenn Sie (wie ich) sechzehn Jahre Helmut Kohl überstanden haben, dann kann Sie doch eine kleine Herbstdepression nicht wirklich aus den Puschen hauen, oder?

Also: „Always look on the bright side of the blühende Landschaften“!

Ihr Thomas Mechlen

 

                                                                                                                                                                                 Köln, den 22. 05. 2012

Verehrte Sammler und Horter,

ein russisches Model, von Beruf Baunternehmergattin, wurde vom Schweizer Fernsehen beim Pelzmantelkauf gefilmt. Ein Nerzjäckchen für 80.000,- Fränkli über dem Arm, wurde die Dame von der Reporterin gefragt, ob Sie beim Pelzkauf nicht doch eventuell leichte Skrupel habe, schließlich seien doch Tiere und so...? Antwort des Models: "Aber bei mir haben es die Tiere doch viel besser als draußen im kalten Wald!"

http://swiss-lupe.blogspot.de/2012/05/der-zurcher-multimillionar-und-die.html

Liebe Sammler, haben Sie eigentlich schon mal darüber nachgedacht wie kalt es nachts in einem Schallplattenatiquariat werden kann? Und wie dunkel? Und wie einsam?

Ob es meinen Platten da nicht in Ihrem hellen, warmen Wohnzimmer viel besser gehen würde? Und unter diesem Aspekt wäre doch die Anschaffung eines weiteren Plattenregals fürs Wohnzimmer vielleicht einfacher durchzusetzen bei Ihrer besseren Hälfte? Z.b. so: "Du spendest für den Tierschutzverein, dann darf ich doch wohl für den Vinylschutzverein spenden!"

Denken Sie mal drüber nach!

 

                                        Köln, 09. 05. 2012.

Ganz aktuell! EILMELDUNG!

Ab Dienstag, 15. 05. 12., 11:00 Uhr: Neue Jazz Sammlung vom Feinsten eingetroffen! Blue Note Deep Groove, SABA Originale, John Coltrane auf Prestige Original, Mingus auf US Impulse Original etc., Miles Davis, Horace Silver usw.

First come , First serve! 

                                        Köln, 08. 05. 2012.

Werte Sammler und Musikfreunde,

In einem Schallplattenantiquariat läuft natürlich Musik. Man ist schließlich nicht in einem Zen Tempel, wo die meditative Stille nur alle halbe Stunde durch den Anschlag einer tibetischen Klangschale unterbrochen wird. Dass eine große Portion Zen-mäßige Gelassenheit eine der Grundvoraussetzungen zum Ausüben dieses Berufes ist, steht auf einem anderen Blatt, schließlich wollte ich diesmal ein wenig auf die Musikauswahl in diesem kleinen Fachgeschäft eingehen.

In einem auf Jazz, Klassik und klassischen Rock der 50 - 80er Jahre spezialisierten Laden, kann man natürlich als Hintergrundmusik nicht volle Kanne Andrea Berg oder die Hellweg Sisters laufen lassen. Auch Mortal Combat, AC/DC, Strauss Walzer von André Rieu sowie Puff Daddy oder Ice MC hätten wohl eine befremdliche Wirkung auf mein hoch geschätztes Publikum.

Oscar Peterson kommt immer gut, John Coltrane aus den 50ern, eine mittlere Kraftwerk, ein bißchen Pink Floyd, Ambient von Blank & Jones, female vocals von Nancy Sinatra bis Nina Simone, das ist so ungefähr das Musikprogramm, falls nicht ein Kunde eine bestimmte Platte vorgespielt haben möchte. Das kann dann natürlich alles Mögliche sein: von besagtem John Coltrane bis Led Zeppelin, von Hildegard Knef bis Shostakovich, von Joy Division bis zu Jürgen von Manger, von Chris de Burgh bis Chris Barber und von Deep Purple bis zu Deep Throat.

Aber in den seltenen Momenten, wo außer meiner Wenigkeit keine Personen im Laden sind, kann ich natürlich “meine” Musik auflegen. Da ich einen relativ breit gefächerten Geschmack habe, der von meiner Umwelt des öfteren mit Befremden aufgenommen wird, gibt es schon mal hochgezogene Augenbrauen und ein angewidertes “Watt hörst Du denn da?”, wenn unverhofft ein Stammkunde den Laden entert. Neukunden würden sich sowas natürlich nicht trauen, da wird dann höchstens eine Augenbraue halb hochgezogen und der freudig erwartungsvolle Schritt, mit dem man gerade eben den Laden betreten hat, gerät plötzlich für eine halbe Sekunde ins Stocken, wenn der Betreffende akute Zweifel bekommt, ob dieser Laden wirklich ein geeigneter Aufenthaltsort für Ihn ist.

Haben Sie eigentlich auch während oder vor (oder sogar nach?) Ihrer Pubertät jede Woche Ihre persönliche Top-20 angefertigt? Und möglicherweise im Geiste noch selbst präsentiert: “ Diese Woche von 19 auf 6 gestiegen, die Tremeloes mit “Silence is golden”. Wobei Sie vorher lange mit sich gerungen hatten, ob diese Nummer jetzt besser oder schlechter ist als die “Fortunes” mit “Here comes that rainy day feeling again”, die Sie auf 7 gesetzt hatten?

Ich habe sogar alle meine handgeschriebenen Hitparaden noch! Würde ich zuallererst aus einem brennenden Haus retten! “Have you ever seen the rain?” von CCR, “Showdown” von ELO, “Oh Babe, what would you say?” von Hurricane Smith waren jeweils ziemlich lange an Nr. 1 in meiner persönlichen Top 20.

Heute sieht das natürlich etwas anders aus. Für eine persönliche Hitparade habe ich leider keine Zeit mehr. Und etwas weniger mainstreamig als früher würde Sie heute schon aussehen.

Also, lieber musikaffiner Zeitgenosse, sollten Sie demnächst diese heiligen Hallen betreten und z.B. von Monty Python´s “Decomposing Composers” (“You can still hear Beethoven, but Beethoven cannot hear you”), von Monsieur Hulot´s “How´s the weather in Paris” oder von Flanagan & Allen mit “Strollin´” begrüßt werden, zucken sie nicht zusammen, sóviel verrückter als Sie bin ich nun auch wieder nicht.

Oder sind das nicht etwa Sié, der im Auto immer ganz laut “Weiße Rosen aus Athen” grölt, wenn er allein ist?

Na also!

Ihr / Euer Thomas Mechlen

 

 

Köln, 12. 03. 2012.

Liebe Sammler und Diejenigen, die es werden möchten,

erst mal herzlichen Dank für Ihre Treue in den vergangenen sechs Jahren, die “Black Diamond Records” in der Ritterstraße jetzt schon überstanden hat! Ja, Sie haben richtig gelesen: am 1. März war es sechs Jahre her, dass “Disco RaRa” unter neuem Inhaber und unter dem mittlerweile weltweit legendärem Namen “Black Diamond Records” an den Start ging. Ich fühle mich mich noch nicht sentimental genug um jetzt schon zurück zu blicken auf all die wunderbaren Jahre .... und so..., vielleicht beim nächsten Jubiläum.

Trotzdem: vielen Dank für Ihre Treue und weiter so!

Also, was gibts Neues:
1) die bereits erwähnten Singles aus USA stehen jetzt im Laden. Soul / Funk / Disco / R&B / Hip Hop von ca. 1975 - 1992. Einheitspreis _ 4,- oder 3 Stück _ 10,-. First come, first schnapp!
2) die bereits erwähnten Maxis aus der gleichen Sammlung sind jetzt zur Hälfte im Laden. Ab _ 7,-. Andere Hälfte kommt noch.
3) ganz nette JAZZ Sammlung eingetroffen! Viele Japan Pressungen und Re-Issues von im Original unbezahlbaren Platten. U.a. italienischer Jazz aus den Sechzigern.
4) demnächst ein ganz uraltes, aber verführerisches Rabattsystem! Was die “Notting Hill Record Exchange” in London und die “Sendai Record Library” in Japan seit Jahrzehnten erfolgreich praktizieren, könnte doch auch in der kölschen Provinz funktionieren, habe ich mir so gedacht. Lassen Sie sich überraschen!

Bleiben Sie uns gewogen!

Ihr Thomas Mechlen

 

                                                                               Köln, 2. 2. 2012

So, endlich mal wieder was Neues. Habe mich schließlich viel zu lange nicht bei Ihnen gemeldet! Entschuldigung dafür, aber es ist einfach zu viel los gewesen im kleinsten weltberühmten Plattenladen.

Ganz kurz das Wichtigste: ja, ich war auch dieses Jahr wieder in den USA und habe für Sie nach Vinyl gebuddelt. Ja, auch dieses Jahr sind viele Schätze ausgegraben und vor der Vergessenheit und der unerbittlichen Sonne Floridas gerettet worden. Und auch heuer können die allermeisten käuflich erworben werden. Diesmal überraschenderweise Schwerpunkt SOUL / DISCO / R & B / HIP HOP und so ab 1976. Ca. 500 Maxis und LP´s sowie ca. 300 Singles. Viele Weißlabel Promos und original verschweißte Platten aus der  Sammlung eines Promoters. Also DJ´s: Fahrradnavi auf die Ritterstr. programmieren! Viele Sachen, die mir nix sagen, aber euch wahrscheinlich um so mehr. Ich kenne da höchstens Grandmaster Flash und Rick James. Und so gerade noch Dexter Wansell oder Gene Chandler.

Aber natürlich auch wieder viele schöne Sachen für die audiophil angehauchten Living Stereo Sammler. Jazz, ein wenig Exotica, ein paar female Vocals, ein bißchen Folk, Country, und sogar die ein oder andere Rock LP.

Einfach mal vorbeischauen und staunen!

And now for something completely different:
Liebe Sammler und Kunden, Sie haben es immer schon gewußt: Vinyl ist besser!

Aber bei einem großen Teil unserer Mitmenschen ist diese Weisheit (wie so viele andere auch) leider ziemlich in Vergessenheit geraten. Diese bemitleidenswerten Menschen glauben, Musik komme aus dem iPod, dem CD Player oder dem Computer. Das da zwar Geräusche rauskommen möchte ich nicht bestreiten, aber bevor wir uns auf lange Diskussionen einlassen: schon den Kölner Stadtanzeiger von heute, dem 2. Februar 2012 gelesen? Da schreibt Christian Bos (übrigens: hallo Christian, das “Normahl” ist nun mal leider endgültig zu, es gibt aber noch andere weltberühmte kleine Plattenläden in Köln, checks doch mal aus!), dass Steve Jobs ein leidenschaftlicher Vinylhörer war und sich immer wieder darüber gewundert habe, dass die Leute im fortschrittlichsten Jahrhundert Musik in so schlechter Qualität hören würden (damit meinte er u.a. den von seiner Firma entwickelten iPod).

Weiter: heute abend im WDR 3 Radio um 22:00 ein Bericht über Vinyl Plattenläden in NRW. Auch meine Wenigkeit wurde dazu befragt und wenn mein genuscheltes Gesülze als radiotauglich eingestuft werden sollte, hören Sie vielleicht ein paar O-Töne aus der Ritterstraße.

Weiter: gestern ein Anruf eines Redakteurs einer der großen deutschen HiFi Zeitschriften: Vinyl würde ja gerade ein Comeback erleben, darüber würde er gerade einen Artikel schreiben, ob er mich dazu interviewen könne?

Fazit: Vinyl wird einen kleinen, aber in unserer beschaulichen Szene doch vernehmbaren Boom erleben! Noch ein paar mal schlafen und die Zeiten, dass ich meine drei Stammkunden mit Vornamen begrüßen konnte werden endgültig vorbei sein. Liebe Stammkunden stellen Sie sich darauf ein! Hamsterkäufe sind angesagt!

Sie glauben mir nicht? Ich habe mal in meine Kristallkugel geschaut:

Februar 2014, ein kalter grauer Tag. In einer kleinen, ehemals unbedeutenden Seitenstraße nördlich des Kölner Doms spielen sich vor einem kleinen weltberühmten Tonträgergeschäft dramatische Szenen ab. Die Menschenschlange vor dem Eingang ist mittlerweile 2 Kilometer lang und windet sich dreimal um den Kölner Dom. Ca. 3 Tage Wartezeit braucht man bis zum Einlass in die heilige Halle, die von ehemaligen Mitarbeitern des Inkassobüros “Moskau” bewacht wird. Das sind rüde Zeitgenossen, aber anders ist den wogenden Menschenmassen, die Einlaß begehren nicht bei zu kommen. Immer wieder spielen sich dramatische Szenen ab, wenn sich jemand vordrängeln will: “Lassen Sie mich durch, ich war mal Bundespräsident, ich darf als Erster eine Platte kaufen.” Aber auch dieser ehemals prominente Zeitgenosse wird freundlich aber bestimmt abgedrängt: “Egal ob Sie Wolf, Känguruh oder Bär heißen, hier muß sich Jeder hinten anstellen!”

Auf der anderen Seite die Glücklichen, die nach Tagen bangen Wartens eingelassen worden sind und eine Schallplatte kaufen durften, und nach Abgabe Ihrer gesamten Barschaft stolz den erworbenen Schatz in die wartenden Fernsehkameras halten: “Wahnsinn, eine Beatles Platte und dazu noch ein Doppelalbum, und nur € 450,-, ich bin überglücklich” Stolz hält der neue Besitzer seinen roten Schatz in die Höhe. Der nächste Kunde stolpert aus dem Laden, ein stadtbekannter DJ auf dem Sprung zur Weltkarriere. Etwas unsicher streckt er den Journalisten seine Beute entgegen: Mozarts “Zauberflöte”! Sogar die Gesamtaufnahme hat er erwerben dürfen. Nur € 800,-, zwar Karajan, aber Böhm hätte € 2.000,- gekostet. “Da sind bestimmt ein paar klasse Drumbreaks drauf” strahlt er in die Kamera. Ein Lehrer ist der Nächste. Eine Nana Mouskouri LP hat er sich leisten dürfen. “Die spiel ich meinen Schülern vor, da werden bei “Weiße Rosen aus Athen” bestimmt ein paar Tränen fließen! Und Herr Mechlen hat versprochen, dass er von den € 600,- ein ganzes Prozent an die notleidenden Griechen spendet. Was hat der Mann doch für ein großes Herz!”

Und so geht es weiter...

Botschaft verstanden, liebe Sammler?

Bis bald!

Ihr Thomas Mechlen

 

 

 

Wolfgang Niedecken im Black Diamond Records für Rolling Stone Fotosession wolfgang niedecken

ON THE COVER OF THE “ROLLING STONE”

Köln, 06. Oktober 2011

Shel Silverstein hat es 1973 geschafft mit seiner Band “Dr. Hook and the Medicine Show” auf das Titelbild des damals noch recht jungen, aber schon sehr einflussreichen Rock Magazins “Rolling Stone” zu kommen, indem er einfach einen Song darüber schrieb, wie sehr jeder Musiker davon träumt, dort auf der Titelseite zu stehen, weil das bedeutet, dass man “ES” geschafft hat, dass man ein Star ist.

Fürs Titelbild hat es (noch!) nicht gereicht, aber Seite 54 ist doch auch nicht schlecht, oder? Mitten im neuen “Rolling Stone” (Oktober Ausgabe) ein wunderschönes doppelseitiges Foto von meinem kleinen Lädchen? Von einem absoluten Profifotografen komponiert? Mit einem bekannten Star vor der Tür? Wenn ich nicht so schrecklich bescheiden wäre, würde ich ziemlich stolz  sein, glaube ich.

Nur der Text! Menschenskinder, direkt am Erscheinungstag haben mich drei Leute angerufen und nach meinem Sohn gefragt. Zuerst habe ich nur Bahnhof  verstanden, weil ich das Heft noch nicht hatte. Als ich dann den Begleittext im Heft gelesen habe, worin steht, dass “Black Diamond Records” demnächst vom Vater an den Sohn übergeben werden soll, verstand ich. Also, lieber Leser, was Wolfgang Niedecken meint ist, dass er, Wolfgang Niedecken, seine goldene Kundenkarte von “Black Diamond Records” demnächst  an seinen Sohn, Wolfgang Niedecken Junior, übergeben wird.

“Black Diamond Records” bleibt unter meiner persönlichen dilettantischen, autokratischen, unverschämt  charismatischen Führung weiterhin, was es seit fünfeinhalb Jahren ist: der größte kleine Plattenladen dieses Planeten. Muß ja auch, habe ja schließlich sonst nix gelernt. Und nochmal zum Mitschreiben: es gibt keinen Thomas Mechlen Junior, den Vaterschaftsprozeß gewinne ich!

So, Schluß mit dem Gesäusel und dem Größenwahn, eigentlich wollte ich Ihnen nur mitteilen, dass es wieder Bilderrahmen für Ihre Plattencover gibt. Waren länger vergriffen, sind jetzt aber wieder eingetroffen: Schwarzer Rand, Glasscheibe, Wechselrahmenvorrichtung, paßt haargenau für ein LP Cover, sieht gut aus und kostet € 9,90. Weihnachten kann kommen!

In diesem Sinne, Ihr / Euer Thomas Mechlen

Köln, 20.05.2011

Liebe Sammler und Horter,

Wir ziehen demnächst um. Nein, keine Bange, nicht der Laden, der bleibt wo er ist, sondern ein privater Umzug steht an. Seit Monaten schon ist meine Gattin deswegen mit der Einrichtungsplanung beschäftigt. Mich tangiert das alles ziemlich peripher, allerdings bekomme ich einen zusätzlichen Plattenlagerraum, damit wurde meine Zustimmung zu diesem Projekt erkauft.

Wir zählen zwar beide nicht zur künstlerisch-modisch-designerischen Avantgarde unserer Heimatstadt, aber daß giftgrüne Sakkos mit Schulterpolster nicht mehr ganz so angesagt sind, ist sogar schon bis zu mir durchgedrungen. Und ein Wohnzimmer hat natürlich auch kein Mensch mehr, das heißt schon seit langem Wohnbereich.

Woher ich das weiß? Im Zuge der Verlegung unseres Wohnbereiches in ein anderes Arondissement, fand neulich eine Ausgabe der Hochglanzpostille „Schöner Wohnen“ einen Platz auf unserer Küchenfensterbank, da wo sich bei allen gebildeten Menschen, die Tageslektüre ansammelt. Und wenn man sich dann an den Sexskandalen der letzten Tage sattgelesen hat (DSK, Arnie, Hamburg-Mannheimer), greift sogar ein Ignorant wie ich schon mal zu solch einem bunten Heft.

Dann werden einem Reportagen und Homestorys ausgebreitet von total angesagten Leuten die in total angesagten Städten in Wohnungen die von noch angesagteren Architekten eingerichtet wurden, angeblich wohnen sollen. Jeder normale Mensch sieht sofort, daß in der fotografierten Wohnung garantiert kein Mensch wohnt, weil es erstens total ungemütlich, zweitens total unpraktisch und drittens total unmöbliert aussieht. Man blickt dann also auf einen perfekt polierten Fussboden, der mit Weitwinkelobjektiv aufgenommen so um die 250 qm groß zu sein scheint und wird belehrt, daß dieser aus Tatajuba besteht. Hört sich nach ökologisch korrektem Tropenholz an. Dieses wind- und sonnendurchflutete Loft über den Dächern von Lissabon wird natürlich von einer Künstlerin bewohnt, deren Nachnamen ohne Vokale auskommt, samt eines Kleinkindes und eines Ehemannes. Richtige Möbel sieht man nicht, nur ab und an ein Sofa oder einen Beistelltisch aus dem „Vintage“ Laden. Ja, sie haben richtig gelesen, „VINTAGE“Laden heißt das, wo man irgendwie secondhand total angesagte Designerstücke zum Horrorpreis ergattert. Diese Vintage Stücke verteilt man dann malerisch und zufällig in seinem Loft.

Ich war natürlich sofort begeistert und habe meinen personal Coach und Assistant sofort beauftragt mir auch so einen Loft in Lissabon, Barcelona, Amsterdam, New York oder Rheda-Wiedenbrück zu suchen. Und bis das passiert ist, werde ich schon mal meinen Laden hier - nein nicht umgestalten – ist ja viel zu lästig, sondern einfach nur umbenennen.

Also, wenn Sie demnächst ein großes Schild über der Tür sehen, auf dem „Black Diamond Vintage Tatajuba Record Store“ steht, wundern Sie sich nicht, sondern freuen Sie sich, daß Sie jetzt endlich auch mal total angesagt sind, weil Sie in den richtigen Vintage Läden verkehren. Und das demnächst eine angeranzte Chris de Burgh LP total vintagemäßige 28,- Euro kosten wird, stört Sie doch sicher nicht, oder? Dafür ist dann der Kaffee auch total vintage (nämlich von gestern!).

Ihr / Euer Thomas Mechlen

 

 

Köln, 16. 02 .2011

Liebe Musikfreunde,

das wurde ja auch mal wieder höchste Zeit! Im Internetzeitalter über Monate hinweg keine Neuigkeiten zu veröffentlichen gleicht natürlich publizistischem Selbstmord, aber was solls, dies ist nicht facebook oder twitter. Es wird Sie vermutlich auch nicht so schrecklich toll interessieren wie es meiner Verdauung geht oder welche Meinung ich zur Verkehrspolitik der Stadt Köln habe.

Sie interessieren doch wahrscheinlich ganz andere Fragen wie z.B.: „Gibt es neue Platten in Ihrem Laden? Gibt es Sie überhaupt noch? Feiert „Black Diamond Records“ nicht demnächst Fünfjähriges Jubiläum? Wäre das nicht Anlaß für eine kleine Rabattaktion? Laut unbestätigten Gerüchten ist aus Ihrer verqualmten Höhle neuerdings ein wohlig duftender Nichtraucherladen geworden? Waren sie noch mal in den USA und haben spannende neue Scheiben mitgebracht? Und wie geht es eigentlich Ihrer Verdauung?“

Natürlich gibt es neue heiße Scheiben in diesem kleinen Lädchen. Sowohl aus New York, als auch aus Florida, was meine USA Reisen angeht. Jede Woche zwei neue Kisten, immer dienstags.

Ganz neu: große Klassiksammlung gestern abgeholt, gesternnachmittag noch die komplette bisherige Opernabteilung ins Lager verbannt und durch Neuzugänge (äußerst freundlich gepreiste Neuzugänge überdies) ersetzt! Und wo wir gerade bei der Klassik sind: Ja, liebe Freunde, ich weiß, ich habe mich lange gesträubt ein extra Kammermusikfach einzurichten, weil sonst kein Mensch mehr die Symphonik durchforstet, aber jetzt ist es soweit: zum fünfjährigen Jubiläum bekommt „Black Diamond Records“ endlich ein eigenes Kammermusikfach (natürlich mit Schwerpunkt Violine / Cello). Und das da auch ein bißchen was Interessantes drinsteht, kann ich Ihnen für diese Woche versprechen, aber sie wissen ja: „first come, first serve“.

JAZZ wird hier nach wie vor groß geschrieben, keine Bange, eine ganz nette Jazzsammlung war auch bei den Ankäufen der letzten Wochen dabei.

Gaaanz groß geschrieben wird natürlich auch ROCK, klassischer R-O-C-K, wie z.B. in Led Zeppelin, Pink Floyd, Doors, Black Sabbath, Cream, Can, Kraftwerk usw. Liebe Kunden: bitte, bitte nicht böse sein, wenn das Led Zeppelin Fach schon wieder leer ist. Wir setzen Himmel und Hölle in Bewegung um die gesuchten Scheiben in gutem Zustand zu fairen Preisen anbieten zu können, aber die Nachfrage übersteigt das Angebot nunmal leider um ein vielfaches. Einfach immer wieder versuchen! Und sich vielleicht über die Humble Pie Originale von 1972 freuen, die daneben stand.

Tja, fünf Jahre alt wird „Black Diamond Records“ am 1. März 2011! Fünf Jahre, die einerseits schrecklich schnell vergangen sind, andererseits kommt es mir vor, als habe es gar kein Leben vor „Black Diamond Records“ gegeben, als würde ich das hier schon immer machen. Und neben „Black Diamond Records“ gibt es so gut wie kein Leben. Ist das bedenklich? Ist das gut? Ich weiß es nicht so genau. Aber es macht mir immer noch viel Freude, jeden Tag aufs Neue! Und damit das noch ein paar Jährchen so weiter geht, habe ich es tatsächlich geschafft mit der Qualmerei auf zu hören! Seit sechs Monaten schon bin ich „clean“, und dadurch ist auch dieser Laden zur rauchfreien Zone geworden. Für den ein oder anderen Raucher hat die Gemütlichkeit natürlich schwer gelitten (vollstes Verständnis, so toll finde ich das auch nicht, aber immer noch besser als wieder rückfällig zu werden), die Nichtraucher atmen allerdings im allerwahrsten Sinne des Wortes seitdem auf.

Also, fünf Jahre... Große Party? Sicher nicht, keine Zeit. Große Rabattaktion als Dankeschön an all die treuen Stammkunden? Wohl eher nicht, aber vielleicht gibt’s im März doch plötzlich das ein oder andere „Prozente Schild“ an der ein oder anderen Kiste. Lassen wir uns Alle doch einfach überraschen!

An dieser Stelle auf jeden Fall ein herzliches Dankeschön an Sie da draußen: Ohne sie wäre das alles nicht möglich, machen Sie weiter so! Und vielleicht auch mal ein Dankeschön nach drinnen: an alle, die mich während meiner Reisen hinter der Theke, der Kaffee- oder der Plattenwaschmaschine vertreten: weiter so, Jungs, in Rente geht hier erstmal Keiner!

Bis bald

Ihr Thomas Mechlen

 

 

 

 

 

Köln; 10. 8 2010.

Verehrte Kunden,

aus Zeitgründen heute nur ein kurzes Update über die Neuzugänge der letzten Wochen, philosophisch-kulturhistorisch-zeitgeschichtliche Betrachtungen müssen leider auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
Also, z.Z. nimmt eine sehr schöne Jazz Sammlung viel Platz im Laden ein. Jeden Dienstag um 11:00 gibt es eine neue Kiste mit hochwertigem Modern Jazz. Der ehemalige Eigentümer war persönlich mit Jazzgrößen wie Albert Mangelsdorff, Elvin Jones, Charles Mingus befreundet. Aus dieser Ecke kommt auch ein großer Teil der Platten. Modern – Free Jazz von edler Güte. Und wenn Sie Dienstag Punkt 11:00 Uhr der Erste sind, erwischen sie vielleicht für einen dreistelligen Betrag sogar ein Blue Note Deep Groove Original.
Für die Klassikfreunde gibt es seit heutemorgen ca. 150 Klassik Singles, bester Zustand, ca. 1960. Sammelt eigentlich noch jemand Klassik Singles und EP´s? Tatsächlich... ganz da hinten in der siebenunddreißigsten Reihe ist jemand aufgesprungen und winkt. Ja, Sie, machen Sie sich schnell auf den Weg, denn der Preis ist heiß: Jede Single Vokal € 1,- (z.B. Elisabeth Schumann), jede Single Klavier € 2,50 und jede Single Violine € 5,- (z.B. Grumiaux, Oistrach). Alle sehr guter Zustand, die allermeisten mit Bildcover.
Das war´s schon wieder für heute, kommen Sie zahlreich, aber bitte nicht Alle gleichzeitig!

Ihr ergebener

Thomas Mechlen

 

 

Köln, 24. 6. 2010.

JAPAN-Pressungen eingetroffen!

Es ist soweit, nach sehnsüchtigem Warten stehen jetzt fast 300 Japan LP´s aus den Bereichen Jazz und Rock / Pop im Laden. Dabei sind u.a. John Coltrane, Miles Davis, Oscar Peterson, Kenny Drew, Booker Little, Dave Brubeck aus dem Jazz Bereich sowie Beatles, Stones, Springsteen, Billy Joel, Deep Purple, Rick Wakeman, Steely Dan, Aerosmith, Mike Oldfield etc. aus dem Rock Bereich.

First come, first serve!

Ihr

Thomas Mechlen

 

Köln, 11. 6. 2010

Auch Musiksammler sind nur ganz normale Menschen! Das wissen Sie, verehrter Leser natürlich am Besten, denn wären Sie nicht Musiksammler, würden Sie diese Zeilen nicht lesen. Und würden Sie sich nicht als ganz normalen Menschen bezeichnen? Natürlich sind Sie ein bißchen intelligenter, attraktiver, sportlicher, witziger und gebildeter als der Rest der Menschheit, aber insgesamt betrachtet, sind Sie doch ganz normal, oder?

Daß Ihre Familie nicht ganz nachvollziehen kann, warum Sie die halbe Nacht vor dem Computer ausharren, weil die Ebay Auktion aus den USA erst um 02:53 Uhr MEZ abläuft, und Sie sich diesmal nicht schon wieder das begehrte Stück wegschnappen lassen wollen, geschenkt. Daß Ihre Frau nicht mehr mit Ihnen redet, weil Sie schon wieder € 380,- für 1,5 m Lautsprecher Kabel ausgegeben haben, wo doch eigentlich für den Urlaub gespart werden sollte..., naja, Andere kaufen sich halt Leichtmetallfelgen für ihren Opel Astra, entgegnen Sie vollkommen zurecht. Sie sind normal. Punkt!

Und als durchschnittliches Exemplar der Gattung Homo sapiens europaensis interessieren Sie sich nun mal auch für Fußball. Ja, ich weiß, Sie können jetzt eigentlich nicht weiterlesen, weil gleich das Spiel anfängt. O.K., ich fasse mich kurz: Die Fussball WM beginnt und dauert einen Monat. In diesem Monat wird die Kundenfrequenz wohl ein wenig nachlassen. Das heißt, ich habe mehr Zeit neue Platten auszupreisen, zu waschen und in den Laden zu stellen. Das heißt für Sie: mehr neue Raritäten, weniger Mitbewerber um selbige und weniger blaue Flecken im Gedränge.

Und als ganz normaler Mensch (siehe oben) können Sie natürlich 2 und 2 zusammen zählen und zu einem ganz einfachen Ergebnis kommen.

Außerdem neu: die Klassik CD Abteilung ist fast fertig sortiert und ausgepreist. Ca. 400 Klassik Instrumental CD´s nach Komponisten sortiert, ca. 300 Vokal CD´s mit Liedern, Arien, Recitals nach Künstlern alphabetisch sortiert, sowie ca. 250 Opern CD´s nach Komponisten sortiert harren der Plünderung. Mehere 100 sind noch auf Lager und werden demnächst eingestellt.

Bis bald also!

Ihr Thomas Mechlen

 

 

 

Köln, 12. 5. 2010.

Große Soul / Funk / Disco Sammlung eingetroffen!

Ganz frisch eingetroffen ist eine Sammlung von ca. 1.000 LP´s und einigen Maxisingles überwiegend aus den Siebzigern. Fast Alle aus der Soul / Funk / Fusion Jazz / Disco Ecke. Dabei u.a. Isaac Hayes, Curtis Mayfield, Commodores, Earth Wind and Fire, Barry White, Barkays, Mandrill, Stylistics, Detroit Emeralds, Diana Ross, George Benson, Herbie Hancock, Scott Hamilton etc. usw. Überwiegend guter Zustand, viele US-Pressungen. First come, first serve; oder "Wer zu spät kommt, muß Smokie kaufen".

 

Köln, den 07.05.2010

 

Schon wieder ein Regentag in Köln, deswegen ist die Kundenfrequenz heute überschaubar, sodaß endlich mal ein wenig Zeit vorhanden ist wenigstens ein paar Zeilen zu den Entwicklungen der letzten Zeit in diesem kleinen Lädchen zu verfassen.

Apropos „kleines Lädchen“, eigentlich müßte ich das nach meinem Japan Besuch vor zwei Wochen zurück nehmen. Wohl bedingt durch die exorbitant hohen Ladenmieten, bin ich dort in Plattenläden geraten, wo sogar ein relativ angstfreier Mensch wie ich klaustrophobe Neigungen entwickeln kann. Ein ca. 10qm großes Kellerverlies, vollgestopft mit Plattenkisten und der privaten Streichholzschachtelsammlung des Inhabers hat allerdings den Vorteil, daß einem kein anderer Kunde im letzten Moment eine Platte wegschnappen kann. Es ist nämlich nur Platz für einen Kunden gleichzeitg. Die Anderen müssen auf der Treppe warten.

Zugegeben: Lautsprecherdurchsagen à la: „Der kleine Jonathan vermißt seine Mama und kann im Kinderland abgeholt werden“, hat es bei mir noch nicht gegeben, aber ich hatte durchaus schon zwölf Kunden gleichzeitig in diesen Hallen. Dann wird das Durchkommen zwar etwas beschwerlich und der Soul Sammler muß sich dann auch schon mal die Zeit an der Punk Kiste vertreiben, weil der Jazz Sammler unfreiwillig den Soul blockiert. Der muß nämlich warten, bis sich der vor ihm stehende Klassik Fan an den Heavy Metal Kutten vorbei bugsiert hat, die sich auf dem Boden an Kettensägenmassaker-Covern delektieren. Die wiederum stecken dort fest, weil über Ihnen jemand im Female Vocals Fach nach Anita O´Day sucht. Irgendwann löst sich aber jeder Stau auf und die Jäger der verlorenen Schätze verlassen spätestens bei Ladenschluß mehr oder weniger glücklich einen erschöpften Ladenbesitzer und seine überhitzte Kaffeemaschine.

Eigentlich wollte ich Ihnen doch nur mitteilen, daß per Ozeandampfer demnächst hier ca. 250 wunderschöne Japan LP´s eintreffen, die ich im Land der aufgehenden Sonne ergattert habe. Alles Japan Pressungen, ca. 2/3 Jazz und 1/3 Rock, secondhand, aber überwiegend Mint!. Über die akustischen Qualitäten brauche ich wohl keine Eulen nach Athen zu tragen (die könnten dort sowieso die Mehrwertsteuer jetzt nicht mehr bezahlen), aber auch die graphische und insgesamt handwerklich sauberste Ausführung dieser kleinen Kunstwerke läßt mich immer wieder andächtig innehalten und ein stilles Tränchen verdrücken angesichts der Neupressungen, die einem heutzutage oft von unverschämten Vertrieben angedreht werden. Besonders im € 10,- bis € 15,- Bereich taugen die Dinger doch oft noch nicht mal zum Frisbee spielen, so krumm kommen die aus dem Preßwerk!

Bitte reißen sie mir demnächst diese wunderschönen Japan Scheiben rücksichtslos begeistert aus den Händen, dann kann ich nämlich baldmöglichst wieder nach Tokio fliegen und weitere Klaustrophobie Attacken erleiden. Es gibt nichts Schöneres!

Waidmannsheil!

Ihr Thomas Mechlen

 

 

Köln, 22.10.2009

 

So ruhig und gemütlich, wie es auf dem obigen Foto aussieht, ist es selten in diesem Lädchen. Zum Glück muß ich natürlich hinzufügen, aber manchmal überschlagen sich die Ereignisse dann doch mehr, als man möchte: neulich z.B. wurde ich schon um 10:45 Uhr jäh in meiner Morgenmeditation (Kippe + Kaffee) durch ein beharrliches Klopfen ans Fenster gestört. Ein Herr begehrte Einlaß. Einer seiner Mieter sei verstorben, es gebe keine Angehörigen, aber ein Zimmer voller Schallplatten, CDs und DVDs, ob ich am Ankauf interessiert wäre. Und der Herr hatte nicht übertrieben! Auf ca. 14 Quadratmetern standen die Regale in Zweier- und Dreierreihen an den Wänden. Voll mit Klassik CDs, DVDs und Schallplatten. Nach anfänglichem Zögern meinerseits einigten wir uns über den Ankauf und vereinbarten einen Abholungstermin. Gestern war es soweit und mit einem Mitarbeiter und jeder Menge leeren Kartons bewaffnet gings an die Arbeit. Vier Stunden und anderthalb Transporterladungen später waren wir fertig, und konnten uns die Schnürsenkel im Stehen zubinden. Der Verstorbene hatte nämlich unter dem Dach im vierten Stock gewohnt! Verstehen Sie jetzt mein anfängliches Zögern?

Gerade wieder im Laden zurück und eine Flasche Mineralwasser später fuhren dann Otto Schulte und Uli Potofski samt Fernsehteam in einer Fahrradrikscha vor. Der „RTL II Trödeltrupp“ war da! Der bekannte Sportmoderator hatte sich für ein „Prominentenspecial“ zur Verfügung gestellt und wollte sich für einen guten Zweck von ein paar seiner 50.000 CDs trennen. Vor kurzem wurde dieses beschauliche Lädchen nämlich vom Fernsehen „entdeckt“: zuerst war  „Trödelking“ Roland Beuge vom WDR mit einer Plattensammlung da, und jetzt die Konkurrenzsendung „Trödeltrupp“ von RTL II schon zum zweiten Mal. Ist natürlich eine prima Werbung, aber es ist auch ganz spannend sich selbst im Heimkino zuschauen zu müssen und die hämischen Kommentare der Herzallerliebsten anhören zu dürfen: „Na, wenigstens hattest Du Deine gute Brille auf.“

Jetzt breche ich an dieser Stelle aber mal eine Lanze für das berüchtigte Privatfernsehen. Was Sie im Fernsehen sehen (zumindest beim „Trödeltrupp“) ist nicht getürkt, gekauft oder vorher abgesprochen, sondern tatsächlich so passiert. Natürlich wird geschnitten und redigiert (meine besten Einzeiler sind natürlich entfernt worden), aber grundsätzlich ist das was Sie sehen „echt“.

Keine Bange, verehrte Kunden, Sie werden beim Betreten des Ladens nicht von Scheinwerfern geblendet und von Kameramännern angerempelt, und daß Sie vielleicht mal wieder zum Friseur müßten, wird nicht ganz Deutschland sehen können. Fernsehaufnahmen werden die absolute Ausnahme bleiben.

Aber jetzt zum Wesentlichen: aus oben erwähnter Sammlung gibt es also über tausend neue CDs aus dem Klassikbereich, überwiegend historische Opernaufnahmen, die aufgrund der riesigen Menge für faire € 5,- pro CD anbieten werde. Dazu kommen über hundert Klassik DVDs, ebenfalls € 5,- pro Stück. Dazu noch jede Menge Opern Gesamtaufnahmen auf Vinyl, sowie Vinylschätze vom deutschen Tonfilm bis Hildegard Knef. Uli Potofski hat dann noch mal ein paar hundert Maxi CDs überwiegend aus dem Schlagerbereich mitgebracht, die ich Ihnen für schlappe € 2,- pro Stück anbieten kann. „First come, first serve“, wie schon die alten Römer sagten, oder „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

Das heißt jetzt natürlich nicht, daß die Vinylliebhaber auf ihre gewohnten Raritäten verzichten müssen. Gerade aus dem klassischen Rock und Modern bis in den Free Jazz Bereich, sind einige neue Scheiben zwischen den Ladenhütern versteckt worden. Trauen Sie sich zu die raus zu fischen?

Petri Heil!

Ihr Thomas Mechlen